Immobilienmarkt
Corona-Lockdown in der Gastronomie führt zu Allzeithoch bei leeren Mietflächen

Auf der Plattform Immoscout24 zeigen sich die Auswirkungen der Pandemie auf die Gastronomie. Zurzeit sind so viele Mietflächen für Bars, Cafés oder Restaurants ausgeschrieben wie noch nie.

Merken
Drucken
Teilen
Zahlreiche Gastronomen sind gezwungen, ihre Mietlokale wegen der Folgen der Coronapandemie aufzugeben. (Symbolbild)

Zahlreiche Gastronomen sind gezwungen, ihre Mietlokale wegen der Folgen der Coronapandemie aufzugeben. (Symbolbild)

Keystone

(agl) Im Januar ist die Anzahl der inserierten Gastro-Immobilien im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast 70 Prozent gestiegen, wie Immoscout24 am Montag mitteilte. Die Zahl der ausgeschriebenen Objekte erreiche damit ein Allzeithoch. Dafür verantwortlich sind vor allem die Angebote bei den Mietobjekten. Die Kaufinserate bewegten sich dagegen auf stabilem Niveau.

Laut der Immobilienplattform sorgte diese Entwicklung für eine Trendwende: «Während bisher im Gastrosegment etwa 70 Prozent der Inserate auf Kaufimmobilien fielen, machen diese nun nicht mal mehr 40 Prozent der Anzeigen aus», wird Geschäftsführer Martin Waeber zitiert. Er geht davon aus, dass zahlreiche Gastronomen aufgrund der hohen Fixkosten gezwungen sind, gemietete Lokale aufzugeben.

Mietpreise könnten mittelfristig sinken

Für den Verband Gastrosuisse zeigt der Anstieg der Inserate den Anfang einer Schliessungswelle, wie er in einer Mitteilung vom Montag schreibt. «Angesichts des grossen Angebots an Gastro-Immobilien drohen lang andauernde Leerstände», wird Direktor Daniel Borner zitiert. Gastrosuisse appelliert deshalb erneut an die Vermieter, einer «substanziellen Mietzinsreduktion» zuzustimmen.

Wenn die Nachfrage nach Mietflächen in der Gastronomie weiterhin nicht mit dem stark gestiegenen Angebot mithalten kann, ist es laut Waeber auch möglich, dass die Mietzinsen mittelfristig sinken. Ob und in welchem Ausmass die Preise gedrückt werden, komme jedoch auf den weiteren Verlauf der Pandemie und die Erholung der Wirtschaft an.