Industrie
Rieter reicht Strafanzeige gegen zwei Verwaltungsräte ein

Der Winterthurer Textilmaschinenkonzern Rieter reicht Strafanzeige gegen zwei seiner Verwaltungsräte ein. Diese sollen vertrauliche Informationen genutzt haben, um ein Angebot des Unternehmens zu konkurrenzieren.

Drucken
Zwei Rieter-Verwaltungsräte sollen an einer ausserordentlichen Generalversammlung abberufen werden.

Zwei Rieter-Verwaltungsräte sollen an einer ausserordentlichen Generalversammlung abberufen werden.

Keystone

Der Industriekonzern Rieter reicht Strafanzeige gegen zwei seiner Verwaltungsräte ein. Dies teilt das Unternehmen am Montag mit. Hintergrund ist die Übernahme von drei Geschäften des Technologiekonzerns Saurer. Damit will Rieter das Angebot an Ring- und Kompaktspinnsystemen vervollständigen und investiert zudem mit den Systemen Accotex und Temco in zwei Komponentengeschäfte.

Der Kaufpreis für die drei Geschäfte beläuft sich laut Mitteilung auf 300 Millionen Euro, die Transaktion soll noch diesen Monat abgeschlossen werden. Bei den Verhandlungen kam es allerdings zu Ungereimtheiten innerhalb des Verwaltungsrates, wie das Unternehmen mitteilt: Die beiden Verwaltungsratsmitglieder Luc Tack und Stefaan Haspeslagh hätten verwaltungsratsinterne Informationen dazu benutzt, von Rieter geführte Verhandlungen durch ein eigenes Angebot zu konkurrenzieren.

Der Verwaltungsrat sehe darin eine erhebliche Verletzung der Interessen von Rieter und «eine nachhaltige Störung des Vertrauensverhältnisses innerhalb des Verwaltungsrates». Eine weitere Zusammenarbeit mit den beiden Männern sein unmöglich. An einer ausserordentlichen Generalversammlung sollen Tack und Haspeslagh deshalb abberufen werden, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Zum Schutz der Interessen von Rieter will der Verwaltungsrat zudem Strafanzeige gegen die beiden Verwaltungsräte einreichen. (agl)