Innovativer, resistenter, flexibler: So soll sich die Schweizer Wirtschaft entwickeln

Die Schweizer Wirtschaft droht aufgrund der Coronakrise an Wettbewerbsfähigkeit einzubüssen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um wichtige Veränderungen anzugehen, sagt das Beratungsunternehmen Deloitte.

Drucken
Teilen
Schweizer Unternehmen sollen ihre Lieferketten optimieren und ihren Mitarbeitern flexibles Arbeiten ermöglichen.

Schweizer Unternehmen sollen ihre Lieferketten optimieren und ihren Mitarbeitern flexibles Arbeiten ermöglichen.

Keystone

(agl) Die Schweiz riskiere, bei der Wettbewerbsfähigkeit ihre internationale Spitzenposition zu verlieren und ins Mittelfeld abzusteigen, schreibt Deloitte in einer Medienmitteilung vom Sonntag. Die Coronakrise habe sowohl auf staatlicher, als auch auf unternehmerischer Seite «Versäumnisse» in der Schweizer Wirtschaft aufgedeckt. «Wir sollten das durch die Krisenbewältigung entstandene Momentum nutzen und jetzt langfristige Massnahmen ergreifen, um die Schweizer Wirtschaft für die nächsten Jahre und Jahrzehnte fit zu machen», wird Deloitte-Chefökonom Michael Grampp zitiert.

In welchen Bereichen Handeln angezeigt ist, zeigt der neue Report «Power Up Switzerland». Er basiert auf einer Umfrage bei 400 Führungspersonen, Ökonomen und Chefbeamten vom Januar und zeigt acht verschiedene Handlungsfelder für Politik und Wirtschaft auf. «Die Schweizer Unternehmen müssen nun ihre Innovationskraft und Eigeninitiative stärken, und sich international wieder neu positionieren», so Deloitte-CEO Reto Savoia.

Dabei gehe es vor allem um eine gestärkte Widerstandsfähigkeit. So sollen Unternehmen beispielsweise ihre Lieferketten optimieren und differenzieren, sowie den Mitarbeitern mehr Flexibilität ermöglichen. Könnten diese zeitlich und örtlich unabhängiger arbeiten, steige die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens. Ebenso brauche es einen Kulturwandel bei den Fachkräften: «Unternehmen müssen realisieren, dass eine bessere Integration von älteren Arbeitnehmenden und Frauen einen erheblichen Beitrag zur Bekämpfung des steigenden Fachkräftemangels leisten kann», schreibt Deloitte.

Die Politik könne indes viel bewirken, indem sie Handelsschranken abbaue, die Regulierungsdichte reduziere, die Altersvorsorge saniere oder die eigene Verwaltung stärker digitalisiere. «Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, an dem wir nachhaltige und zukunftsorientierte Massnahmen treffen müssen, damit die Schweiz auch in Zukunft als Erfolgsmodell gefeiert wird», so Reto Savoia.