Keine Openairs, keine Festivals: Getränkebranche schaut pessimistisch in die Zukunft

Ein Sommer ohne Grossanlässe trifft die Getränkebranche hart. In einer Umfrage fürchtet ein Drittel der Unternehmen Liquiditätsengpässe. Jede fünfte Firma rechnet mit Entlassungen.

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Grossveranstaltungen im Sommer sind eine wichtige Einnahmequelle für die Getränkebranche.

Grossveranstaltungen im Sommer sind eine wichtige Einnahmequelle für die Getränkebranche.

Keystone

(rwa) Der Sommer zählt für Bier-, Wein- und Softdrinkproduzenten zu den verkaufsstarken Monaten. Openairs, Festivals und Stadtfeste locken die Menschen in Scharen nach draussen – und die Hitze macht durstig. Dass Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen bis Ende August verboten sind, macht der Branche ein Strich durch die Rechnung. Die grosse Mehrheit der Getränkeproduzenten und -händler beklagt eine schlechtere wirtschaftliche Situation als noch im März. Zu diesem Schluss kommt eine am Sonntag veröffentlichte Umfrage der Arbeitsgemeinschaft der Schweizerischen Getränkebranche. Dem Verband gehören rund 30'000 Betriebe an.

Als grösste Probleme erachten die befragten Unternehmen die Absatzschwierigkeiten und einen zu hohen Personalbestand. Die Hälfte hat Kurzarbeit eingeführt. Allerdings sind nicht alle Unternehmen gleichermassen betroffen. Die Umsatzeinbussen schwanken gemäss Umfrage zwischen wenigen Prozenten und bis zu über 90 Prozent. Das hängt vor allem damit zusammen, wie hoch der Absatzanteil an Gastronomie und Detailhandel ist.

Ein Drittel der Firmen rechnet mit Liquiditätsengpässen und Umsatzeinbussen in den nächsten zwei Monaten. Jeder fünfte Betrieb fürchtet Entlassungen. Mit der Arbeit des Bundes ist die Branche grundsätzlich zufrieden. 60 Prozent erachten die Massnahmen als ausreichend. Handlungsbedarf gebe es bei der Geschäftsmieten.