Konjunkturdaten zeigen: Die Schweizer Wirtschaft ist im Krisenmodus

Die Schweizer Konjunktur ist wieder dort, wo sie zuletzt in der Finanzkrise war. Dies zeigen die Daten der Konjunkturforschungsstelle der ETH.

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Die Lage ist derzeit so schlimm wie nie mehr seit der Finanzkrise 2008/09.

Die Lage ist derzeit so schlimm wie nie mehr seit der Finanzkrise 2008/09.

Keystone

(wap) Jeden Monat erstellen Forscher der ETH ein Konjunkturbarometer für die Schweizer Wirtschaft. Nun zeigen die aktuellen Zahlen der Konjunkturforschungsstelle KOF für den April einen Einbruch von historischem Ausmass. Auf der Skala der Forscher tauchte die Konjunktur um 28,8 Punkte. Zum Vergleich: Beim Frankenschock 2015 gab es ein Minus von 10 Punkten, beim Ausbruch der Finanzkrise 2008 ein Minus von 7 Punkten. Einen Absturz wie im April 2020 haben die Forscher noch nie gesehen.

Insgesamt geben sie der Konjunktur jetzt 63,5 Punkte. Dies ist in etwa das Niveau von 2009, als die Finanzkrise die Märkte umpflügte. In einer Mitteilung vom Donnerstag bilanzieren die Forscher: «Die Schweizer Wirtschaft ist im Krisenmodus.» Angeführt wird der Niedergang vom verarbeitenden Gewerbe und den übrigen Dienstleistern. Auch bei Gast- und Baugewerbe sieht es düster aus.

Dazu kommt, dass auch die Auslandsnachfrage und der Konsum  zurückgehen. Nur leicht ins Minus geraten sind Chemie, Pharma, Textil und Bekleidung. Lediglich im Nahrungsmittelbereich und bei den Genussmitteln seien die Perspektiven etwas besser geworden, so die KOF.