Lohnrunde
Gewerkschaftschef Maillard warnt vor sozialen Unruhen

Pierre-Yves Maillard, der Präsident des Gewerkschaftsbundes, fordert eine kräftige Lohnerhöhung für die Schweizer Arbeitnehmenden. Grund ist die hohe Teuerung.

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SGB-Präsident Pierre-Yves Maillard läutet einen heissen Lohnherbst ein.

SGB-Präsident Pierre-Yves Maillard läutet einen heissen Lohnherbst ein.

Archivbild: Keystone

Der Schweiz steht ein heisser Lohnherbst bevor. Gewerkschaftschef Pierre-Yves Maillard kündigt bereits an, dass sie höhere Löhne einfordern werden. «Alles andere wäre katastrophal für den Arbeitsmarkt und den Konsum», sagte er in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

Als Grund nennt er die hohe Inflation. Bereits die Corona-Krise habe einen grossen Verkaufskraftverlust verursacht. «Jetzt führt der Ukraine-Krieg zu Preissteigerungen, wie wir sie in den letzten drei Jahrzehnten nicht gesehen haben.» Für ihn ist klar: «Ein Teil der Menschen wird echte Probleme haben, seine festen Kosten zu zahlen». Er denkt dabei etwa Heizung, Lebensmittel oder die Krankenkassenprämien.

Eine Lohnerhöhung sei zudem wichtig, um eine Rezession zu verhindern. «Werden die Löhne nicht erhöht, sinkt die Kaufkraft und bricht der Konsum ein.» Darum sei eine Lohnerhöhung nicht nur eine soziale, sondern auch eine wirtschaftliche Verpflichtung, «um die Gefahr einer Rezession zu bekämpfen.»

Ohne Lösung gibt es Kampfmassnahmen

Konkret fordert Maillard, dass die Teuerung «voll ausgeglichen» wird und die Arbeitgeber «obendrauf eine reale Lohnerhöhung» gewähren. Diese könne je nach Branche unterschiedlich ausfallen. Aktuell beträgt die Teuerung in der Schweiz 3,4 Prozent. Die konkreten Forderungen will der SGB zu Beginn der Verhandlungen Anfang September bekannt geben.

Maillard warnt davor, was passiert, wenn nicht auf gewerkschaftlichen Argumente eingegangen wird. «Wenn die Arbeitgeber die Löhne nicht erhöhen, wird es soziale und politische Unruhen geben», sagt der Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB). Ohne Lösung «sind Kampfmassnahmen unvermeidlich». (abi)