Luftfahrt

Swiss spart über die nächsten Jahre im Schnitt 10 Prozent beim Kabinenpersonal ein

Die Swiss und die Gewerkschaft des Kabinenpersonals finden eine Einigung bei Verhandlungen zu Sparmassnahmen. Nun müssen die Gewerkschaftsmitglieder über das Paket abstimmen.

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Die Swiss setzt beim Kabinenpersonal den Rotstift an. (Symbolbild)

Die Swiss setzt beim Kabinenpersonal den Rotstift an. (Symbolbild)

Keystone

(dpo) Die Fluggesellschaft Swiss steckt wegen Corona tief in der Krise. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres musste sie einen Rückgang des Betriebsertrags um 61,8 Prozent hinnehmen, während die Passagierzahlen um rund 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen sind. Um durch die Turbulenzen zu kommen, sollen bei Swiss unter anderem 1000 Stellen in den nächsten zwei Jahren abgebaut werden.

Der Sparkurs hat laut Kapers, der Gewerkschaft des Kabinenpersonals, zur Folge, dass bei der Kabinenbesatzung der Swiss in sämtlichen Bereichen der Rotstift angesetzt werde. Die Verhandlungen über das entsprechende Krisenpaket sind «intensiv» und «schwierig» gewesen, wie Kapers in einer Mitteilung vom Freitag schreibt: «Der Swiss erlaubt das gesamte Sparpaket bis Ende 2023 im Schnitt 10 Prozent beim Kabinenpersonal einzusparen.»

Laut einer Mitteilung von Swiss zu den Verhandlungen sind die Sparmassnahmen befristet und schrittweise für März 2021 bis Ende 2023 vorgesehen. Anschliessend werde der heute gültige Gesamtarbeitsvertrag mit der Fluggesellschaft mindestens bis 2025 weitergeführt.

Einschneidende Massnahmen

Nebst Massnahmen zur Kostenreduktion beinhalte das Sparpaket auch Angebote für freiwillige Frühpensionierung und neue Teilzeitmodelle. Das Paket trage wesentlich zum strikten Sparprogramm bei, und leiste einen wichtigen Beitrag zur Sicherung von Arbeitsplätze, wie Reto Schmid, Head of Cabin Crew bei Swiss, sich zitieren lässt.

Kapers moniert wiederum, dass es die Swiss in ihren «goldenen Jahren» versäumt habe, die Löhne des Kabinenpersonals anzupassen. Deshalb fielen die getroffenen Massnahmen für das Personal besonders einschneidend aus.

Die vereinbarten Massnahmen müssen nun den Mitgliedern der Gewerkschaft zur Abstimmung vorgelegt werden. Sowohl Kapers als auch Swiss bestätigen, dass für die Zeit nach der Krise die Aussicht auf einen neuen Gesamtarbeitsvertrag bestehe, der vor der Krise ausgehandelt worden sei.