Medienberichte: UBS-Chef Sergio Ermotti verkündet seinem Management den Rücktritt

Der Rücktritt des UBS-CEO scheint fix: Laut der US-Nachrichtenagentur Bloomberg hat Sergio Ermotti sein Management über den Abgang informiert. Die Schweizer Grossbank suche bereits einen Nachfolger. Die UBS hüllt sich in Schweigen.

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UBS-Chef Sergio Ermotti soll dem Management seinen Rücktritt im Verlauf dieses Jahres angekündigt haben.

UBS-Chef Sergio Ermotti soll dem Management seinen Rücktritt im Verlauf dieses Jahres angekündigt haben. 

Keystone

(wap/sat) Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf informierte Kreise schreibt, sucht die UBS nach einem Nachfolger für ihren CEO Sergio Ermotti. Demnach hat Ermotti seinem Management den Rücktritt im Laufe dieses Jahres in Aussicht gestellt. Laut dem in der Nacht auf Freitag veröffentlichten Bericht wird dieser nicht Iqbal Khan heissen: Der im letzten Herbst von der Konkurrentin Credit Suisse (CS) zur UBS gestossene Star-Banker sei noch zu wenig lange bei der Bank, so die Meldung von Bloomberg weiter. Khan steht auch im Zentrum des sogenannten Beschattungs-Skandals, den die CS seit Wochen beschäftigt.

Mehrere Schweizer Online-Portale haben die Meldung über Ermottis Rücktritt am Freitag aufgenommen und berichten von weiteren Details. Zudem wird über die Gründe für den rascher als bisher angenommenen Rücktritt des 59-Jährigen spekuliert. Der Finanzblog «Inside Paradeplatz» stellt den Rücktritt in einen Zusammenhang mit der sogenannten Paris-Affäre. Bei dieser wurde die Bank vor einem Jahr in Frankreich in erster Instanz verurteilt weil sie Steuerbetrug ermöglicht habe. Die Bank kritisiert das Urteil als politisch motiviert. Im Sommer wird das Verfahren in zweiter Instanz neu aufgerollt werden.

Seit Jahren wird über Ermottis Rücktritt spekuliert

Man kommentiere die Meldungen nicht, heisst es auf Anfrage von CH Media am Freitag bei der UBS-Medienstelle. 

Sergio Ermotti ist seit 2011 CEO der UBS. Der einstige Banklehrling kehrte damals aus dem Ausland zurück zu seinen beruflichen Wurzeln und übernahm die UBS-Führung von Oswald Grübel. Über einen möglichen Rücktritt des Tessiners an der Spitze der Schweizer Grossbank wird seit längerem spekuliert. Vor zwei Jahren hiess es beispielsweise, in zwei Jahren sei ein Doppelrücktritt mit Verwaltungsratspräsident Axel Weber vorgesehen. Dann, letzten November, berichteten Medien aus dem Umfeld Ermottis, er solle bereits im Frühling 2021 abtreten.

Zuletzt musste die UBS Ende Januar für 2019 wegen des schwierigen Umfelds, des teuren Konzernumbaus und Abschreibungen einen Gewinnrückgang vermelden. Der Überschuss fiel allerdings höher aus als von Experten erwartet. Zudem musste die Grossbank - wie ihre Schweizer Konkurrentin Credit Suisse - beim Renditeziel zurückrudern.