Migros will Gastro-Zulieferer Saviva verkaufen – 500 Arbeitsplätze sind betroffen

Die Migros will nach Globus nun auch die Saviva AG verkaufen. Man sei interessiert daran, allen Beschäftigten eine Nachfolgelösung zu bieten, so der Detailhändler.

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Saviva beliefert Restaurant, Hotels, Altersheime und Spitäler.

Saviva beliefert Restaurant, Hotels, Altersheime und Spitäler.

Keystone

(wap) Die Coronakrise im Gastro-Gewerbe erreicht die Migros. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, soll die Saviva AG mit ihren über 500 Mitarbeitern abgestossen werden. Die Migros-Tochter beliefert Gastronomie- und Hotelleriebtriebe in der Schweiz, etwa auch die Migros-Restaurants. «Die vergangenen Monate haben verdeutlicht, dass die Gastronomie ein äusserst herausforderndes Geschäftsfeld bleibt», teilt die Migros mit: «Diese Marktentwicklung bestärkte Migros im Entscheid, den Verkaufsprozess für Saviva zu starten.»

Die Migros-Tochter soll an «neue Eigentümer im Gastro-Zustellgrosshandel» gehen: «Verschiedene Optionen werden geprüft, die Details sind in Ausarbeitung», heisst es in der Mitteilung der Migros. Sprecher Marcel Schlatter bestätigt, dass es noch keinen Käufer gibt und die Frage nach Entlassungen «offen» sei. Die Migros sei aber daran interessiert, dass für alle eine Nachfolgelösung gefunden werden könne. Die frühzeitige Information erfolge aus Gründen der Transparenz.

Konzentration auf das kundennahe Kerngeschäft

Die Änderungen bei Saviva stehen nicht allein in Zusammenhang mit der Krise im Gastro-Bereich. Die Migros setze mit dem Verkauf ihre Strategie fort, schreibt das Unternehmen. Diese sieht eine Stärkung des kundennahen Kerngeschäfts vor. Investitionen sollen sich auf die Bereiche Convenience, Online-Handel und Gesundheit konzentrieren. Auch der Verkauf der Traditionsfirma Globus war Teil dieser Strategie, ebenso die Aufgabe der Interio-Filialen, der Töchter M-Way und Depot sowie der Verkauf des Zürcher Glattzentrums. Im letzten Jahr war der Gewinn der Migros-Gruppe dramatisch eingebrochen: Um 29,6 Prozent auf 335 Millionen Franken.

Saviva sei gut positioniert und für die Zukunft gerüstet, wirbt die Migros in ihrer Mitteilung. So seien zusätzlich zum Hauptstandort in Regensdorf schweizweit über zehn regionale Logistikplattformen aufgebaut worden, mit denen Kunden in der ganzen Schweiz innerhalb von 24 Stunden beliefert werden könnten. Noch in diesem Jahr werde Saviva ausserdem einen «digitalen Marktplatz» lancieren.

Saviva beliefert Restaurants, Hotels, Spitäler und Heime mit Trocken-, Frisch- und Tiefkühlprodukten sowie Getränken. Das Unternehmen war 2002 von der Migros übernommen worden. Es geht auf die Lebensmittelfirma Scana AG zurück, die in den 1940er-Jahren im liechtensteinischen Schaans gegründet worden war.