«Mitglieder fürchten um die Existenz»: Carunternehmer bitten Bund um Hilfe

Da das Geschäft mit Carreisen wegen der Coronapandemie fast gänzlich eingebrochen ist, und die Situation noch mindestens ein Jahr anhalten dürfte, bittet die Reisebusbranche den Bundesrat um zusätzliche Hilfen.

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Adrian Amstutz, Zentralpräsident des Nutzfahrzeugverbands ASTAG, setzt sich auch für die hart getroffenen Reisebusunternehmen ein.

Adrian Amstutz, Zentralpräsident des Nutzfahrzeugverbands ASTAG, setzt sich auch für die hart getroffenen Reisebusunternehmen ein.

Severin Bigler

(sat) Andernfalls drohten Konkurse und der Verlust von Arbeitsplätzen, schreibt der Nutzfahrzeugverband Astag am Montag in einer Mitteilung. «Unsere Mitglieder fürchten um ihre Existenz», wird Zentralpräsident Adrian Amstutz darin zitiert. Je länger die Corona-Krise dauere, desto verheerender seien deren Folgen. Laut Astag sind die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 90 Prozent zurückgegangen.

Der Astag sieht für die Reisebusbranche «frühestens Mitte 2021» eine Rückkehr zur Normalität. Trotz Ende des «Lockdowns» und Aufhebung der meisten behördlichen Beschränkungen seien die Buchungszahlen nämlich weiterhin sehr tief. Den Hauptgrund sieht der Nutzfahrzeugverband darin, dass Sport- und Kulturanlässe nicht oder nur mit sehr wenig Publikum stattfinden, Schul- und Vereinsreisen abgesagt wurden und Ausflugsfahrten wegen Quarantäne-Bestimmungen oder aus Angst vor Ansteckung gemieden werden.

Astag will «keine Strukturerhaltung»

«Grundsätzlich ist das Strassentransportgewerbe für gelebte Selbstverantwortung und Selbsthilfe bekannt», schreibt der Astag. «In der jetzigen Sondersituation braucht es jedoch zusätzliche Unterstützung.» So fordert der Nutzfahrzeugverband einerseits Anpassungen bei den Coronakrediten – namentlich sollen diese als Eigenkapital angerechnet werden können, um eine Überschuldung zu verhindern. Andererseits seien die bisherigen Entschädigungen für Kurzarbeit und Erwerbsersatz weiterzuführen. Zudem seien steuerliche Entlastungen für die Reisebusunternehmen zu prüfen.

«Oberstes Ziel ist es, Liquiditätsengpässe und Überschuldungen abzuwenden», schreibt der Astag. Kein Thema seien «vorerst» Beiträge à fonds perdu. Zudem sollen nur «Carunternehmen, die nachweislich durch behördlich verfügte Corona-Einschränkungen in Schwierigkeiten geraten sind, profitieren» können. Der Astag wolle «keine Strukturerhaltung» betreiben. «Unsere Aktion soll der Rettung von grundsätzlich gesunden Unternehmen dienen», wird Präsident Adrian Amstutz zitiert.