Muschel-Liebhaber aufgepasst!

In Frankreich werden Meeresfrüchte en masse zurückgerufen. Auch Coop und Migros sind betroffen.

Roman Schenkel
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Austern, ein Genuss aus dem Meer.

Austern, ein Genuss aus dem Meer.

Getty

Austern bei Coop, Muscheln bei der Migros. Am Dienstag und Mittwoch mussten beide Schweizer Grossverteiler Meeresfrüchte zurückrufen. Der Grund: das Norovirus. Dieses grassiert offenbar in den Muschelbänken und Austernplätzen in Teilen der Bucht Mont Saint-Michel in der Normandie. Die französischen Behörden hatten in den letzten Tagen in grossem Stil Muscheln und Austern wegen des Virus zurückgerufen.

Und da Muscheln auch in der Schweiz gern verspiesen werden, kam es auch hier zu Rückrufaktionen. Wer etwa seit 30. Dezember die frischen «Bretagne Creuses spéciale»-Austern im Coop gekauft und noch nicht gegessen hat, soll diese am besten zurückbringen. Bei der Migros wurden am Mittwoch aus den gleichen Gründen die Muscheln «Moules de Bouchot de la Baie du Mont Saint Michel AOP» zurückgerufen. Sie wurden ausschliesslich von der Migros Genf verkauft. In beiden Fällen erhalten die Kunden den Kaufpreis zurückerstattet.

Muscheln filtern viel Wasser

Das Auftreten des Norovirus in Muscheln und Austern ist übrigens keine Seltenheit. Wer Muscheln gerne isst, sollte vielleicht die nächsten Zeilen nicht lesen. Aber Muscheln sind nun einmal sogenannte Filtrierer. Diese sieben Nahrungspartikel mit Hilfe der Kiemen aus dem Wasser. Miesmuscheln filtern bis zu 1,5 Liter Wasser pro Stunde; Austern sogar bis zu 6 Liter pro Stunde.

Enthält das Wasser Verunreinigungen, durch Abwasser beispielsweise, nehmen die Meeresfrüchte im Wasser enthaltene Bakterien oder Viren mit den Nahrungspartikeln auf. Danach verbreiten sich die Viren in den Muscheln rasant. Versuche mit verschiedenen Virusarten zeigen, dass Noroviren sich in Muscheln besonders schnell verbreiten und über eine lange Zeit verbleiben.