Nach Coronakrisen-Boom
Schweizer Immobilien-Preise: ZKB-Experten rechnen mit Abkühlung

In der Krise sank der Bewegungsradius und die eigenen vier Wände gewannen an Bedeutung. Das liess die Kosten für Wohneigentum in die Höhe schiessen. Nun rechnen Experten mit einer Abkühlung.

Samuel Thomi
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Auch wenn die Lebensqualität als hoch gilt: Zürich zählt über das ganze Jahr gesehen nicht zu den sonnigsten Städten der Schweiz.

Auch wenn die Lebensqualität als hoch gilt: Zürich zählt über das ganze Jahr gesehen nicht zu den sonnigsten Städten der Schweiz.

Keystone

Das Krisenjahr 2020 hat auf dem Schweizer Immobilienmarkt tiefe Spuren hinterlassen. Ander als anfänglich befürchtet ist dieser in der Coronapandemie jedoch nicht eingebrochen. Sondern die Preise sind in die Höhe geschnellt. Konkret sind die Kosten für den Erwerb von Wohneigentum im letzten Jahr schweizweit um 5 Prozent angestiegen, schreibt die Zürcher Kantonalbank (ZKB) am Dienstag in einer Mitteilung. Im Heimmarkt, dem Kanton Zürich, betrug der Anstieg noch 4 Prozent.

Im laufenden Jahr dürfte sich dieses Preiswachstum allerdings abschwächen. So rechnen die Experten der ZKB in ihrem jüngsten Immobilienbericht für 2021 nämlich noch mit einem weiteren Anstieg der Preise von noch 3 (Schweiz) respektive 4 Prozent (Zürich). Eine mögliche Erklärung für dieses Phänomens sieht die Zürcher Kantonalbank darin, dass die Pandemie die einzelnen Branchen sehr unterschiedlich tangiert. Dabei seien die für den Eigenheimsektor relevanten Lohnsegmente bisher von deren Auswirkungen wenig betroffen gewesen.

«Damit bleiben die Hauptgründe für steigende Immobilienpreise auch über die Corona-Krise hinweg bestehen», schreibt die ZKB. Die Bank erinnert in ihrer Medienmitteilung allerdings auch daran, dass zum Beispiel im Kanton Über-60-Jährige mehr als die Hälfte aller Zürcher Immobilien besitzen. Da werde der Generationentransfer in den nächsten Jahrzehnten ohnehin ein zusätzliches Angebot von rund 30'000 Einfamilienhäusern und rund 100'000 Wohnungen schaffen.

Wo die Sonne in der Schweiz am längsten scheint

Allerdings hat die Wohnlage – und damit die Mikrolage – laut ZKB in der Coronakrise an Bedeutung gewonnen. Eine neue, online frei zugängliche Auswertung der Bank zeigt darum anhand von 100 Millionen geografischen Punkten auf, wo die Sonne in der Schweiz am längsten scheint.

«Das Resultat ist bemerkenswert», schreibt die ZKB zur Auswertung der Sonnenscheindauer. So könne sich Zürich zwar in verschiedenen Studien mit der höchsten Lebensqualität rühmen. Doch im Vergleich mit anderen Städten schneide sie in den Wintermonaten punkto Sonnenlicht «relativ schlecht» ab. Selbst die Goldküste werde dabei noch vom Zürcher Weinland übertroffen.