Nach Pannenserie: Swisscom-Chef schliesst Rücktritt vorerst aus

Nach der vierten Panne in diesem Jahr wächst die Kritik an Swisscom-Chef Urs Schaeppi. In einem Interview zeigt er sich unbeirrt und kündigte eine lückenlose Aufklärung an.

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Im Juni muss Konzernchef Schaeppi bei der zuständigen Kommission des Nationalrates antraben.

Im Juni muss Konzernchef Schaeppi bei der zuständigen Kommission des Nationalrates antraben.

Keystone

(rwa) Am letzten Dienstag war es im Netz der Swisscom zu einer landesweiten Störung gekommen. Mehrere Stunden fiel das Mobil- und Festnetz aus. «Wir analysieren jeden Vorfall im Detail mit dem Ziel, die ganze Organisation zu verbessern», erklärte CEO Urs Schaeppi im Interview mit dem «SonntagsBlick». Die Kunden hätten zu Recht hohe Erwartungen an das Swisscom-Netz.

Trotz der vierten Panne in diesem Jahr glaubt er weiterhin, dass er der Richtige an der Konzernspitze sei. «Ich bin mir sehr bewusst, dass ich die letzte Verantwortung trage», betonte Schaeppi. Seine Aufgabe sei es jedoch, die Lehren aus solchen Ereignissen zu ziehen und die richtigen Massnahmen einzuleiten.

Die Ursachen der vier Pannen sind laut dem CEO unterschiedlich. Gemeinsam seien jedoch die Eingriffe in die Netze. Diese seien zwingen nötig, weil das Datenvolumen extrem wachse und die Anforderungen täglich stiegen. Schaeppi verglich die Eingriffe mit einem Radwechsel in voller Fahrt. «Wir müssen permanent bei laufendem Betrieb in die Netze eingreifen.»

Druck aus Politik wächst

Ob sich die Politik mit diesen Erklärungen zufrieden gibt, ist ungewiss. Die zuständige Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) des Nationalrats hat Schaeppi für Ende Juni zu einer Anhörung eingeladen. Dem Swisscom-Konzernchef dürfte ein rauer Wind entgegenblasen. «Wir werden Druck machen», kündigte Vizepräsident und Bündner SP-Nationalrat Jon Pult gegenüber Radio SRF an. Bis dann müsse klar sein, ob diese Pannen allenfalls auf strukturelle und betriebliche Probleme im Unternehmen zurückzuführen seien. Die Baselbieter SVP-Nationalrätin Sandra Sollberger – ebenfalls Mitglied der Kommission – erklärte im Blick: «Ich lasse mich nicht mehr mit der Aussage abspeisen, dass das halt passieren kann.»

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