Nach Pannenserie: Swisscom-Chef schliesst personelle Konsequenzen nicht aus

Nach den Störungen bei der Swisscom nimmt nun erstmals Konzernchef Urs Schaeppi Stellung. Er kündigte mehr Sicherheit für Notfalldienste an. Klarheit bringen soll eine externe Untersuchung.

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Die Swisscom und ihr Chef Urs Schaeppi geraten zusehends unter Druck.

Die Swisscom und ihr Chef Urs Schaeppi geraten zusehends unter Druck.

Keystone

(rwa) Auch personelle Folgen schliesst er nicht aus. Darüber werde entschieden, wenn alle Details bekannt seien, sagte CEO Urs Schaeppi im Interview mit der «SonntagsZeitung». Seinen Rücktritt schliesst er zum heutigen Zeitpunkt zwar aus. «Aber ich bin mir bewusst, dass ich als Firmenchef letztlich die Verantwortung dafür trage.»

Laut Schaeppi führten Fehleinschätzungen zur schweizweiten Störung in der Nacht auf Mittwoch. «Wir wissen nun, dass die Risikostufe bei einer Änderung am Netz von mehreren Spezialisten falsch eingeschätzt wurde.» Das sei ein Fehler, der nicht passieren dürfe.

Schaeppi kündigte eine Überprüfung der Ausfallabsicherung bei Notfallnummern an. «Wir werden uns deshalb mit den Notfalldiensten zusammensetzen und prüfen, wie wir gemeinsam weitere Rettungsschirme einbauen können.»

Nächste Woche muss der Swisscom-Chef bei der zuständigen Bundesrätin Simonetta Sommaruga antraben. Laut Schaeppi handelt es sich um ein lange geplantes Treffen. Er werde sich bei ihr entschuldigen und ihr die Ursache für die Störungen erläutern.

Der Druck auf die Swisscom ist nach der zweiten Panne innert kurzer Zeit jedoch gestiegen. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) wird eine «vertiefte Abklärung der Ursachen vornehmen». Kritik kam auch von Seiten der Polizei. Urs Hofmann, Präsident der Kantonalen Konferenz der Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD), forderte, die Swisscom müsse nun «wirklich über die Bücher. Das darf nicht noch ein drittes Mal passieren.»

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