Wegen Währungsmanipulation: Die USA nehmen die Nationalbank wieder ins Visier

Ein Bericht des US-Finanzdepartements führt die Schweiz wieder auf der Liste der potenziellen Währungsmanipulatoren. Die Nationalbank verteidigt sich.

Daniel Zulauf
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Mit ihren Devisenkäufen versucht die SNB, den Franken zu schwächen.

Mit ihren Devisenkäufen versucht die SNB, den Franken zu schwächen. 

Peter Klaunzer/Keystone

Der Dollar-Franken-Kurs ist am Dienstag mit weniger als 97 Rappen auf den höchsten Stand seit Herbst 2018 geklettert. Auch zum Euro legte die Schweizer Valuta deutlich zu. Grund für die Bewegungen ist ein Bericht des amerikanischen Finanzministeriums der die Schweiz wieder auf der Liste der potenziellen Währungsmanipulatoren führt.

Der Bericht wird zuhanden des Kongresses erstellt und soll den darin genannten Ländern als Warnung dienen. Indizien für eine Währungsmanipulation sind für das US-Ministerium ein hoher Leistungsbilanzüberschuss, ein Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA sowie umfangreiche Devisenkäufe. Die Schweiz erfüllt zwei dieser Kriterien und kehrt nach einjähriger Abstinenz auf die Liste zurück. Das Staatssekretariat für Internationale Finanzfragen (Sif) wies den Verdacht umgehend ­zurück. Die Schweiz betreibe ­keinerlei Manipulation der Währung, stellte die Behörde fest. Der Bericht habe keine unmittelbaren Folgen. Die Schweiz und die USA pflegten ««ausgezeichnete bilaterale Beziehungen sowie einen regelmässigen Austausch auch über Finanz- und Währungsthemen».

Ein Sprecher der SNB betonte auf Anfrage, die Interventionen am Devisenmarkt der SNB seien rein geldpolitisch motiviert, sie zielten insbesondere nicht darauf, der Schweiz Vorteile durch eine Unterbewertung des Frankens zu verschaffen. Dennoch ist die Warnung geeignet, den Handlungsspielraum der Nationalbank am Devisenmarkt einzuschränken. So scheint die Nachricht jedenfalls im Markt interpretiert zu werden, wie die Aufwertung des Frankens nahelegt.