Ökonomen rechnen mit Crash und schneller Normalisierung

Kurzfristig wird es schlimmer, langfristig besser als erwartet: Die Konjunkturforschungsstelle der ETH hat im Juni Prognosen von 17 Ökonomen eingeholt.

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Ökonomen rechnen mit einem harten Einbruch, aber einer mittelfristigen Erholung.

Ökonomen rechnen mit einem harten Einbruch, aber einer mittelfristigen Erholung.

Keystone

(wap) Behalten die Ökonomen recht, stürzt die Wirtschaft 2020 ab: Die Schätzungen gehen für dieses Jahr von einem kurzfristigen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5 Prozent aus, die Arbeitslosigkeit soll bis 2021 auf 4,2 Prozent steigen. Damit sind die Ökonomen pessimistischer als bei der vorherigen Befragung im März. Mittelfristig schätzen sie die Lage aber optimistischer ein als bei der letzten Befragung: Bereits 2021 soll die Wirtschaftsleistung wieder um 4,2 Prozent wachsen. In fünf Jahren soll das das Wirtschaftswachstum wieder bei 1,5 Prozent liegen.

Eine schnelle Erholung sehen die Experten vor allem bei den Exporten. Diese dürften dieses Jahr um 7,1 Prozent zurückgehen, im nächsten Jahr aber um 6,9 Prozent steigen. Weniger schnell dürfte es bei den Investitionen gehen. Bei den Ausrüstungsinvestitionen rechnen sie mit einem Rückgang von 8,9 Prozent in diesem Jahr, im nächsten Jahr sollen sie aber nur um 4,3 Prozent ansteigen.

Stabile Finanzmärkte

Auf den Finanzmärkten erwarten die Ökonomen keine grossen Veränderungen. Die kurzfristigen Zinsen dürften sich kaum ändern, auch beim Wechselkurs Franken-Euro zeichnen sich keine Verwerfungen ab. Die Ökonomen gehen davon aus, dass der Swiss Performance Index SPI in zwölf Monaten bei 12'300 Punkten liegt, das wären rund 300 Punkte weniger als heute.