Onlinehandel

Post knackt Rekordmarke erneut – Pöstler verteilten nach Black Friday über 7 Millionen Pakete

Die vergangenen Rabatt-Tage haben wieder für Paket-Rekordmengen gesorgt. Die Post verarbeitete fast ein Viertel mehr als 2019. Das Weihnachtsgeschäft wird dies aber noch toppen.

Gabriela Jordan
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Blick auf das Postzentrum in Härkingen, wo alle Pakete verteilt werden.

Blick auf das Postzentrum in Härkingen, wo alle Pakete verteilt werden.

Chris Iseli / AGR

Es sei eine aussergewöhnliche Woche gewesen, schreibt die Post in einer Medienmitteilung am Freitagmorgen. «Unsere Mitarbeitenden erbrachten eine Parforceleistung: Sie haben in der Black-Friday-Woche vom 23. November bis und mit 1. Dezember 7,3 Millionen Pakete in den Zentren sortiert und den Kundinnen und Kunden nach Hause gebracht.» Das seien 24 Prozent mehr als letztes Jahr, als 5,9 Millionen Pakete gezählt wurden.

Durchschnittlich lieferten die Pöstlerinnen und Pöstler laut der Mitteilung pro Tag mehr als 900'000 Pakete aus, in den Tagen unmittelbar nach Black Friday und Cyber Monday waren es sogar über eine Million. Die Sortiermaschinen in den Paketzentren liefen 22 Stunden am Tag, die Belegschaft arbeitete in Sonderschichten und auch samstags, damit alles fristgerecht sortiert werden konnte. Von Pannen sei die Post verschont geblieben. «Die meisten Kundinnen und Kunden haben ihre Pakete pünktlich erhalten», sagt Ruedi Henke, Leiter Distribution und Transporte.

Neue Zentren brachten Entlastung

Im Gegensatz zum Lockdown im Frühling konnte sich die Post auf die grossen Paketmengen einstellen und entsprechend planen. Entlastung brachten unter anderem die im September und November eröffneten regionalen Paketzentren Vétroz (VS) und Untervaz (GR). Sie konnten den Mitarbeitenden in den grossen Paketzentren in Daillens, Härkingen, Frauenfeld und Urdorf sowie in den bestehenden regionalen Paketzentren in Cadenazzo und Ostermundigen etwas Luft verschaffen.

Zu dem befürchteten Kollaps ist es also nicht gekommen. Oder noch nicht: Denn wie die Post schreibt, geht es in den nächsten Wochen so weiter. Nach Black Friday ist vor Weihnachten, heisst es in der Mitteilung. Die Paketvolumina bleiben hoch und werden tageweise weiter zunehmen. «Am Dienstag, 15. Dezember, rechnen wir mit der grössten Menge des Jahres», sagt Stefan Luginbühl, Leiter Paket National/International.

Gewerkschaft schlägt Alarm

Für die Angestellten der Post bleibt die Arbeitsbelastung also hoch. Bereits vor den Rabatt-Tagen schlug die Gewerkschaft Syndicom deshalb Alarm. «Wir laufen jetzt schon am Anschlag mit der riesigen Paketmenge, die wir ausliefern müssen», beklagte sich eine Paketbotin der Post in einem Video, welches von der Syndicom gezeigt wurde. Die Gewerkschaft appellierte auch an Konsumenten, Einkäufe gebündelt zu bestellen.

«Wir sind sehr stolz auf unsere Mitarbeitenden, sie haben Ausserordentliches geleistet», lässt sich Stefan Luginbühl nun zitieren. Der Onlinehandel werde weiter stetig wachsen – und damit die Paketmenge. Kapazitäten werden deshalb laufend ausgebaut, neue Paketzentren gebaut, Prozesse optimiert. Luginbühl geht davon aus, dass die Post die Mengen in den nächsten Jahren im Griff haben wird. Denn: Auf das Niveau vor Corona werden sie nicht zurückkehren, so Luginbühl.