Raiffeisen / Basler Kantonalbank
Staatsanwaltschaft stellt Strafverfahren gegen Guy Lachappelle ein

Die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren gegen Guy Lachappelle ein. Dem Ex-Raiffeisen-Präsidenten waren Wirtschafts- und Börsendelikte aus der Zeit bei der Basler Kantonalbank vorgeworfen worden.

Samuel Thomi
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Raiffeisen-Präsident Guy Lachappelle nimmt im Juli in Basel Stellung zu seiner aus dem Ruder gelaufenen Affäre – und kündigt den Rücktritt an.

Raiffeisen-Präsident Guy Lachappelle nimmt im Juli in Basel Stellung zu seiner aus dem Ruder gelaufenen Affäre – und kündigt den Rücktritt an.

Juri Junkov

Die Wirtschaftsabteilung der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt hat das Verfahren gegen Ex-Raiffeisen-Chef Guy Lachappelle wegen Wirtschafts- und Börsendelikten eingestellt. «Sämtliche Anschuldigungen haben sich als haltlos erwiesen», teilte Lachappelles Anwalt am Dienstag mit. Der Staat übernehme die Kosten des Verfahrens.

«Nach einer für mich und meine Familie sehr schwierigen und emotional anspruchsvollen Zeit bin ich über die Einstellung des Strafverfahrens erleichtert und auch dankbar», wird Guy Lachappelle in der Mitteilung seines Anwalts zur Einstellung zitiert. Und der Ex-Raiffeisen-Präsident betont, er habe bereits bei der Ankündigung seiner Demission festgehalten, er sei sich keines strafrechtlichen Verhaltens bewusst.

Rücktritt nach nicht mal drei Jahren

Und weiter zitiert sein Anwalt Guy Lachappelle mit den Worten: «Meinen Rücktritt habe ich vielmehr als aufrichtige Pflicht angesehen, meine Familie zu schützen und einen möglichen Reputationsschaden der Unternehmen, für die ich tätig sein durfte, gering zu halten.» Näher will sich der zurückgetretene Raiffeisen-Präsident nicht zur Einstellung des Strafverfahrens äussern. Nun stünden seine Frau und die gemeinsamen Kinder im Vordergrund und verdienten «die nötige Ruhe und Distanz».

Guy Lachappelle war im Juli als Präsident von Raiffeisen Schweiz zurückgetreten. Dies nachdem Indiskretionen rund um eine aus dem Ruder gelaufene private Affäre publik wurden. In der Folge kam es zu zwei Anzeigen: Lachappelle soll nämlich in seiner früheren Zeit als Chef der Basler Kantonalbank vertrauliche Informationen an seine damalige Geliebte weitergegeben haben. Diese hätten börsenrechtlich relevant gewesen sein können. Dafür sieht die Basler Staatsanwaltschaft nun jedoch keine Anhaltspunkte und hat das Verfahren eingestellt.

Nachfolge bei Raiffeisen noch offen

Die Zeitungen von Tamedia hatten Mitte Juli einen Screenshot einer privaten E-Mail-Nachricht vom November 2017 veröffentlicht. Aus dieser ging hervor, dass Guy Lachappelle eine Präsentation zum digitalen Umbau der Basler Kantonalbank an seine damalige Geliebte weitergeleitet hatte.

In der Folge kündigte Guy Lachappelle nach nur knapp drei Jahren im Amt seinen Rücktritt als Präsident von Raiffeisen Schweiz per Ende Juli an. Seine Nachfolge ist noch nicht bestimmt. Derzeit leitete Vizepräsident Pascal Gantenbein die Geschäfte des Verwaltungsrates von Raiffeisen.

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