Raiffeisen sagt im kommenden Jahr eine rekordhohe Leerstandsquote voraus

Das Interesse an Immobilienbesitz ist während der Coronakrise gestiegen. Die Raiffeisen prophezeit nun einen starken Anstieg an Leerständen. Dadurch steigt der Druck auf Neumieten.

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In der Coronakrise wurde das Überangebot an Wohnungen grösser. Dadurch steigt die Leerstandsquote. (Symbolbild)

In der Coronakrise wurde das Überangebot an Wohnungen grösser. Dadurch steigt die Leerstandsquote. (Symbolbild)

Keystone

(sku) Bislang ist die Coronakrise spurlos am Markt für Wohneigentum vorbeigezogen. Das stellt die Raiffeisen in ihrer aktuellen Studie zu Schweizer Immobilien fest. Im Gegenteil: Das Interesse am Immobilienbesitz sei sogar gestiegen, teilte die Bank am Donnerstag mit. Die Situation sei derzeit günstig, weil sich die Schweizer Hypothekarzinsen nach wie vor in Richtung eines Rekordtiefs bewegen würden. Dadurch habe das Kreditvolumen um 3 Prozent zugelegt. Diese Wachstumsrate sei auf demselben Niveau wie in den Vorjahren.

Wie die Raiffeisen schreibt, hinterlasse die Pandemie am Mietwohnungsmarkt deutlich stärkere Spuren als am Eigenheimmarkt. Weil durch die Krise das Migrationssaldo tiefer ausfalle, werde das Überangebot an Wohnungen noch grösser. Dies wird sich gemäss Mitteilung in steigenden Leerständen zeigen.

Airbnb's werden wieder Wohnungen

Hinzu komme, dass in den städtischen Kantonen fast 20 Prozent aller Airbnb-Angebote verschwunden seien. So dürften in Zürich, in Genf und in Basel zusammen über 1000 ehemalige Airbnb-Wohnungen dem Mietwohnungsmarkt zugeführt worden sein. Die Raiffeisen rechnet damit, dass der Rekordwert, eine Leerstandsquote von 1,85 Prozent, spätestens im kommenden Jahr übertroffen werden dürfte.

Auch auf Büro- und Gewerbeflächen werde die Krise Auswirkungen haben. Raiffeisen hat nach eigenen Angaben zwar noch keine Anzeichen dafür ausgemacht, dass massenweise eben erst gekündigte Geschäftsflächen den Markt fluten würden. Dies dürfte aber primär auf die für Immobilienmarkt typische Trägheit zurückzuführen zu sein. Die Aussichten im Geschäftsflächenmarkt bleiben gemäss Mitteilung aber düster.