Schweizer MEM-Industrie befürchtet einen «deutlichen Stellenabbau»

Dunkle Aussichten für die hiesige Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie: Die Coronapandemie hat zu massiven Einbrüchen geführt. Der Branchenverband Swissmem befürchtet weiteren Stellenabbau.

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Swissmem, der Branchenverband der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie rechnet mit einem deutlichen Stellenabbau. (Symbolbild)

Swissmem, der Branchenverband der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie rechnet mit einem deutlichen Stellenabbau. (Symbolbild)

Keystone

(dpo) Der kurzfristige Ausblick lässt laut Stefan Brupbacher, Direktor von Swissmem, wenig Optimismus zu. «Die Lage in der Schweizer MEM-Industrie präsentiert sich düster und in vielen Absatzmärkten herrscht grosse Unsicherheit», lässt er sich in einer Mitteilung des Branchenverbandes vom Mittwoch zitieren.

Mit einer Erholung können gemäss Brupbacher die meiste Firmen der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) erst im Laufe des nächsten Jahres rechnen. Die Betriebe seien somit gezwungen, ihre Kostenbasis den neuen Realitäten anzupassen, so der Direktor weiter. «Entsprechend befürchten wir in den nächsten zwölf Monaten einen deutlichen Stellenabbau».

Einbruch bei Umsatz und Auftragseingängen

Wie Swissmem in seiner Mitteilung weiter schreibt, sind in Folge der Coronapandemie die Auftragseingänge der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) gegenüber der Vorjahresperiode im Durchschnitt um 19,5 Prozent gesunken. Ebenso nahmen die Umsätze um 19,7 Prozent und die Exporte um 24,6 Prozent ab, wie der Branchenverband in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt.

Weiter arbeiteten in der MEM-Branche im zweiten Quartal 2020 3200 Personen weniger als im ersten Quartal. Allerdings hätten die Firmen angesichts der angespannten Lage bereits vor dem Lockdown begonnen Stellen abzubauen, schreibt Swissmem. Die Folgen der Pandemie hätten den negativen Trend nun massiv verstärkt.

Swissmem wirbt «vehement» für Freihandelsabkommen

Damit die Schweizer MEM-Firmen die Krise meistern können, müssten die handelspolitischen Weichen richtig gestellt werden, schreibt Swissmem. Für Hans Hess, Präsident des Branchenverbandes, heisst das: «Die Schweiz muss deshalb offen und global vernetzt bleiben.» Der Schweizer Heimmarkt sei viel zu klein, um allen MEM-Unternehmen in der Schweiz eine Zukunft zu sichern.

Konkret setzt sich der Branchenverband für Freihandelsabkommen ein, etwa mit Indonesien und den Mercosur-Staaten. Gegen das Abkommen mit Indonesien wurde das Referendum ergriffen. Swissmem wird sich laut Mitteilung im Abstimmungskampf jedoch «vehement» für diese Abkommen engagieren. Zudem werde der Verband alles dafür tun, damit Verhandlungen mit den USA aufgenommen werden können.