SNB-Präsident Thomas Jordan zieht positive Bilanz der Zusammenarbeit während der Coronakrise

Die enge Zusammenarbeit zwischen Regierung, Zentralbank und Privatwirtschaft sei bei der Bewältigung der Krise entscheidend gewesen, sagte Jordan an einer Konferenz des internationalen Währungsfonds.

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Thomas Jordan sprach von Experten des Internationalen Währungsfonds.

Thomas Jordan sprach von Experten des Internationalen Währungsfonds.

Anthony Anex / KEYSTONE

(wap) Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte Anteil an der schnellen Hilfe für die Schweizer Wirtschaft während der Coronakrise, so SNB-Chef Thomas Jordan an einer Konferenz des internationalen Währungsfonds IWF: Die Nationalbank biete den Banken die Möglichkeit, die im Rahmen der Bürgschaften des Bundes vergebenen Kredite an Unternehmen zum Leitzins von gegenwärtig −0,75 Prozent zu refinanzieren. Die Nationalbank erhöhe damit die Liquidität der Banken und ihre Fähigkeit, günstige Kredite zu vergeben.

Mittlerweile seien rund 20 Prozent der Schweizer Unternehmen über die verbürgten Kredite zu Geld gekommen. «Damit das Kreditprogramm zur Milderung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie so schnell auf die Beine gestellt werden konnte, war eine enge Zusammenarbeit zwischen Regierung, Zentralbank und Privatsektor entscheidend», sagte Jordan.

Vermehrte Interventionen am Devisenmarkt

Jordan sagte auch, dass die SNB in den letzten Monaten wieder verstärkt am internationalen Devisenmarkt interveniert habe, um eine Aufwertung des Schweizer Frankens zu verhindern. Der Aufwertungsdruck sei in der Krise unter anderem deshalb gestiegen, weil die Unsicherheit über die wirtschaftliche Zukunft Anleger in «sichere Häfen» wie den Franken getrieben hätten.