Starke Unterschiede bei den Arbeitskosten in der Schweiz: Ganz unten steht das Gastgewerbe

Eine Arbeitsstunde kostete 2018 in der Schweiz durchschnittlich knapp 62 Franken. Die Unterschiede zwischen den Branchen sind dabei sehr gross, im Gastgewerbe ist die Stunde keine 40 Franken wert.

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Im Gastgewerbe waren 2018 die Arbeitskosten am tiefsten.

Im Gastgewerbe waren 2018 die Arbeitskosten am tiefsten.

Keystone

(agl) Ganz oben auf der Skala der Arbeitskosten steht die Finanz- und Versicherungsbranche, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Mittwoch mitteilte. Dort kostete 2018 eine Arbeitsstunde 93,20 Franken. Deutlich dahinter folgt die Informatik und Information mit durchschnittlich rund 80 Franken, die wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen mit 76 Franken sowie Erziehung und Unterricht mit rund 74 Franken.

Deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt von 61,90 Franken landet das Gastgewerbe. Dort kostet eine Stunde Arbeit gemäss dem BFS rund 38 Franken. Ebenfalls unter dem Durchschnitt ist die «Erbringung sonstiger wirtschaftlicher Dienstleistungen», wozu unter anderem die Vermittlung von Arbeitskräften gehört, mit Kosten von rund 48 Franken.

Tiefere Löhne in kleinen Unternehmen

Die Arbeitskosten der Arbeitgeber variieren aber nicht nur nach Branche, sondern auch nach Unternehmensgrösse, wie das BFS weiter schreibt. In Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten sind die Arbeitskosten 17,4 Prozent tiefer als in Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten. Dies sei vor allem auf das tiefere Einkommensniveau zurückzuführen, so das BFS. Kleine Unternehmen hätten 2018 15,5 Prozent tiefere Löhne bezahlt als grosse.

Die Arbeitskosten sind die Kosten, welche der Arbeitgeber für die Beschäftigung der Angestellten aufwendet. Fast 80 Prozent der Kosten sind Löhne und Gehälter, dazu kommen rund 17 Prozent für die Sozialbeiträge und drei Prozent für berufliche Bildung und Personalrekrutierung.