Studie zeigt: Schon mehr als zwei Drittel besitzt Smart Watches und Co.

Die Schweizerinnen und Schweizer stehen «smarten Produkten» positiv gegenüber. Unter den beliebtesten Produkten ist der Staubsaugerroboter.

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Smart Watches sind in der Schweiz beliebt. Das Sammeln personenbezogener Daten sehen aber viele als Nachteil. (Archivbild)

Smart Watches sind in der Schweiz beliebt. Das Sammeln personenbezogener Daten sehen aber viele als Nachteil. (Archivbild)

John Locher

(gb.) Erstmals zeigt eine Umfrage der Universität Luzern und der Universität St. Gallen die Verbreitung und Akzeptanz von sogenannt smarten Produkten in der Schweiz. 72 Prozent besitzen gemäss den Studienresultaten ein solches Produkt. Das hat selbst die Studienleiter überrascht. «Ich kann mir gut vorstellen, dass das vor zwei Jahren noch ganz anders ausgesehen hätte», sagt Emanuel de Bellis, der die Studie zusammen mit Reto Hofstetter von der Universität Luzern geleitet hat.

Die Studie definiert smarte Produkte als Geräte, die Daten erfassen und verarbeiten können und auf ihre Umwelt reagieren. Das beliebteste Produkt ist gemäss der Umfrage der Smart TV. Einen solchen besitzen 30 Prozent der Befragten. 28 Prozent besitzen eine Smart Watch, 25 Prozent ein smartes Navigationsgerät und einen Staubsaugerroboter. Das Smartphone wurde aus der Studie ausgeschlossen, weil es schon stark verbreitet ist.

Fast 60 Prozent wollen ein smartes Produkt kaufen

Die Studie zeigt auch, dass die Mehrheit der Bevölkerung den smarten Produkten positiv gegenüber steht. Die Geräte machten das Leben der Nutzerinnen und Nutzer bequemer und würden dabei helfen, Zeit zu sparen. Im Schnitt gaben die Befragten an, rund 2 Stunde pro Woche mehr Zeit für Familie und Freizeit zur Verfügung stehen.

Die Nachteile werden vorwiegend im Sammeln personenbezogener Daten gesehen. Doch die Vorteile scheinen für die meisten zu überwiegen: 59 Prozent geben an, sich vorstellen zu können innerhalb der nächsten 12 Monate mindestens ein smartes Produkt zu kaufen. Die Studienleiter schätzen, dass bis Ende Jahr 81 Prozent der Schweizer Bevölkerung mindestens ein smartes Produkt besitzen wird.

Ein Viertel gibt Produkten Spitznamen

«Der typische Schweizer ist eher zurückhaltend, wenn er aber einen Nutzen sieht, wird er gegenüber neuen Technologien offener», erklärt sich de Bellis die hohe Akzeptanz von smarten Produkten. «Zeit ist in der Schweiz ein rares Gut und ein grosser Teil kann sich die eher teuren Produkte auch leisten», so der Forscher.

Dass smarte Produkte in der Schweiz beliebt sind, zeigt auch die folgende Zahl: 25 Prozent der heutigen Nutzerinnen und Nutzer geben ihren Alltagshelfern Spitznamen.

Die Studie wurde letzten September durchgeführt. Befragt wurden rund 1000 Personen aus der ganzen Schweiz. Die Centralschweizerische Kraftwerke AG und Vorwerk Schweiz AG haben sich an der Finanzierung der Studie beteiligt.