Swisscom erklärt Panne: «Unerwartetes Software-Verhalten führte zu Überlastung»

Am Dienstag verzeichnete die Swisscom bereits zum vierten Mal in diesem Jahr eine Netzstörung. Nun ist der Grund bekannt: Eine Software lief nicht wie erwartet und führte zu einer Überlastung und damit zum Netzausfall.

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Die Migration von Systemen führte zu einem Netzausfall bei der Swisscom.

Die Migration von Systemen führte zu einem Netzausfall bei der Swisscom.

Bild: Keystone

(sih) Bei Erneuerungsarbeiten auf einem Mobilfunk-System in der Nacht auf den 26. Mai 2020 seien Kunden auf neue Systeme migriert worden, teilte Swisscom am Mittwoch mit. Dabei sei ein «unerwartetes Software-Verhalten von Netzwerkgeräten» aufgetreten. Dieses habe dann zu einer Überlastung bei der Mobiltelefonie geführt. Die Komplexität der Störung sei sehr hoch gewesen. Deren Analyse – unter Einbezug internationaler Lieferanten – zur Lokalisierung und Behebung des Fehlers laufe noch.

Derweil wächst der politische Druck auf den Grundversorger Swisscom. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hat eine Untersuchung zur Pannenserie angekündigt. Und Swisscom-Chef Urs Schäppi soll sich Ende Juni vor der Nationalratskommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KFV) erklären, sagte der Vizepräsident der KFV, Nationalrat Jon Pult (SP/GR), am Mittwoch zu Radio SRF. Bis dann solle auch Klarheit herrschen, wie die Swisscom künftige Pannen vermeiden will. Bei den drei vorangegangenen Pannen hatte die Swisscom jeweils drei verschiedene Gründe geltend gemacht.

Der Bund hält mit 51 Prozent die Mehrheit an der Swisscom. Am Dienstag war das Swisscomnetz ab dem Mittag während Stunden beeinträchtigt. Gespräche über Mobilnetz für Geschäfts- und Privatkunden waren nicht möglich. Auch Anrufe vom Mobile- wie auch vom Festnetz auf Business Nummern (08xx) und auch auf «Corporate»-Nummern (058) waren teilweise nicht möglich. Meldungen, wonach in einigen Kantonen die Notrufnummern nicht mehr erreichbar gewesen seien, dementierte die Swisscom.