Swissport schickt Gepäckabfertiger an Brüsseler Flughafen in Konkurs

Swissport Belgium, der grösste Abfertiger von Passagierflugzeugen am Flughafen in Brüssel, ist Konkurs. Ebenfalls in die Insolvenz geschickt wird die für die Reinigung des Flughafens zuständige Tochtergesellschaft.

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Das weltweit tätigte Unternehmen Swissport lässt zwei Tochtergesellschaften in Belgien Konkurs gehen. (Symbolbild)

Das weltweit tätigte Unternehmen Swissport lässt zwei Tochtergesellschaften in Belgien Konkurs gehen. (Symbolbild)

Susann Basler

(sat/dpa) Swissport, die in der Schweiz beheimatete grösste Servicegesellschaft für Fluggesellschaften und Flughäfen, meldet für zwei Tochterunternehmen in Belgien Konkurs an. Wie das Unternehmen am Montag mitteilt, werden Swissport Belgium sowie deren Tochterunternehmen Swissport Belgium Cleaning wegen «notorischer Verluste» aufgegeben. Während Erstere am grössten Flughafen Belgiens der grösste Gepäckabfertiger für Passagierflugzeuge ist, verantwortet Letztere die Reinigung des Flughafens Zavantem. Das Frachtgeschäft der Swissport-Gruppe in Brüssel und Lüttich dagegen sei von dem Konkurs nicht betroffen, hält Swissport fest.

Über die schwierige finanzielle Situation von Swissport Belgium hatten belgische Medien bereits vor Wochen berichtet. Die Coronakrise – aber auch bereits in früheren Jahren eingefahrene Verluste am grössten belgischen Flughafen – belastete die Liquidität des Unternehmens schwer. Bereits Anfang März hatte das Unternehmen darum bei der belgischen Regierung um Unterstützung nachgefragt und diese auch erhalten. Auch das Schweizer Mutterhaus sprach finanzielle Garantien. Dies alles sollte bis Ende Juni den Betrieb sichern.

Übernimmt nun Flughafen selber Gepäckabfertigung?

Doch nun zieht das in der Schweiz ansässige Mutterhaus die Reissleine und schickt die belgische Tochtergesellschaft mitsamt deren Tochter in den Konkurs. Nebst den Verlusten aus früheren Jahren nennt Swissport in der Mitteilung vom Montag die Coronakrise als Grund dafür. So sei der globale Ertrag von Swissport wegen der Pandemie um 80 Prozent eingebrochen. Das Unternehmen sei zur Stärkung seiner Liquidität mit Banken und Investoren in Kontakt.

Der weltgrösste Flughafenservicekonzern Swissport International mit Sitz in Zürich ist an 300 Flughäfen in 47 Ländern aktiv. Das Unternehmen hat 64'000 Mitarbeiter und bewegte im vorigen Jahr 4,6 Millionen Tonnen Luftfracht weltweit. Swissport verzeichnete 2019 einen Umsatz von 3,1 Milliarden Euro.

Wie die belgische Wirtschaftszeitung «De Tijd» berichtete, hat die Leitung des Flughafens Zavantem bereits einen Notfallplan für den Fall vorbereitet, dass Swissport vom Brüsseler Rollfeld verschwindet. Ziel sei es, dass Brussels Airport via einen Subunternehmer vorübergehend die Abfertigung am Flughafen selbst übernehmen soll. Die Zukunft der 1400 Mitarbeiter von Swissport Belgium sei dabei jedoch ungewiss.