Tourismus
Schweizer Hotels erleben während Corona einen Digitalisierungsschub

Online-Buchungsplattformen konnten trotz Corona ihre Marktanteile praktisch halten. Die Schweizer Hotels fordern daher faire Rahmenbedingungen und machen sich gleichzeitig digital fit.

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Die Schweizer Hotels leiden unter der Coronapandemie. (Symbolbild)

Die Schweizer Hotels leiden unter der Coronapandemie. (Symbolbild)

Keystone

(abi) Die Schweizer Hotellerie leidet enorm unter der Coronapandemie. Die Beherbergungsbranche rechnet für das Jahr 2020 mit Umsatzeinbrüchen von mindestens 3,4 Milliarden Franken. Nun hat Hotellerie Suisse die Schweizer Hotels zur ihren Vertriebskanälen befragt. Die Resultate zeigen, dass Online-Buchungsplattformen (OTA) trotz Krisenjahr ihre Marktanteile praktisch halten konnten. Dies verdeutliche ihre Marktmacht, teilte der Verband der Schweizer Beherbergungsbranche am Mittwoch mit.

Insgesamt seien im vergangenen Jahr 36 Prozent der Hotelbuchungen in Echtzeit über Online-Kanäle generiert worden – 4 Prozent weniger als im Vorjahr. 26,7 Prozent des Online-Buchungsmarkts und damit den nach wie vor mit Abstand grössten Anteil verbuchten die OTA für sich. Dabei konnte Booking.com seine Marktanteile gegenüber den anderen OTA ausbauen, wie es weiter heisst. Die Plattform hat gemäss Hotellerie Suisse einen Marktanteil von 72,6 Prozent am OTA-Markt in der Schweiz.

Der Verband erklärt den leichten Buchungsrückgang über die globalen Buchungsportale mit dem coronabedingten Einbruch des internationalen Reisemarkts und des Businesstourismus. Er gehe davon aus, dass OTA während der Erholungsphase neue Marktanteile gewinnen werden und sich der Vorkrisentrend damit fortsetzen werde.

Faire Rahmenbedignungen gefordert

Der Verband fordert daher, dass die Rahmenbedingungen im Onlinemarkt «endlich fairer gestaltet werden». Die Problematik unfairer Rahmenbedingungen bei Online-Buchungen habe sich im Krisenjahr 2020 zugespitzt. Gemäss Umfrage wollen neun von zehn Hotels ein Verbot aller Paritätsklauseln und eine Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen gegenüber grossen digitalen Unternehmen. Für den Verband ist daher klar: Der Bundesrat soll seine Botschaft zur Umsetzung der Lex Booking dem Parlament zügig vorlegen und alle Paritätsklauseln verbieten. Die Lex Booking soll Hotels von Knebelverträgen befreien.

Die Umfrage zeigt auch, dass die Hotels die Krise genutzt haben, um digital fitter zu werden. So würden über 70 Prozent Social Media für Marketingzwecke nutzen. Zudem verfüge nun die Hälfte aller Hotels über eine permanente Anbindung des hoteleigenen Buchungssystems zur Auffindung der Verfügbarkeiten in Metasuchmaschinen wie Google und TripAdvisor – ein Plus von 10 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.