Turbulenzen in der Brüssel-Lobby der Schweizer Grossbanken

Der Chef der gemeinsamen Lobby-Organisation von CS und UBS in Brüssel nimmt den Hut. Nach nur gut einem Jahr an der Spitze des Swiss Finance Councils (SFC) hat Matthias Heer bereits gekündigt.

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Wegen Unstimmigkeiten zwischen den Zentralen in Zürich und der Lobby in Brüssel brauchen UBS und CS bereits wieder einen neuen EU-Lobbyisten.

Wegen Unstimmigkeiten zwischen den Zentralen in Zürich und der Lobby in Brüssel brauchen UBS und CS bereits wieder einen neuen EU-Lobbyisten.

Philipp Schmidli

(rhe) Die jährliche Publikums-Konferenz wurde abgesagt. «Mir wurde das Pendeln zu viel», sagt Heer gegenüber «Inside Paradeplatz». Tatsächlich zeigt sein Abgang, dass die beiden Schweizer Grossbanken ihr EU-Lobbying seit Jahren nicht in den Griff bekommen. Es fehlt an einem klaren Projekt, was man in Brüssel erreichen will, sagen Insider.

Ausserdem würden die Zentralen der beiden Banken in Zürich ständig dazwischenfunken und es komme zu Macht-Gezerre. Schon die vormalige SFC-Chefin Judith Hardt wurde im Juni 2018 Knall auf Fall entlassen, nachdem es zu Meinungsverschiedenheiten mit Zürich kam. Matthias Heer sollte die Lobby-Plattform neu aufbauen.

Der Swiss Finance Council wurde 2013 gegründet und vertritt in Brüssel die Interessen von CS und UBS gegenüber der EU.