Coronapolitik
Swatch-CEO Nick Hayek kritisiert «Missmanagement» des Bundesrates

Nick Hayek wirft dem Bundesrat Missmanagement vor. Die asiatischen Länder seien geschickter vorgegangen beim Lockdown, kritisiert der Chef der Swatch Gruppe.

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Nick Hayek kritisiert die Lockdown-Politik des Bundesrates. (Archivbild)

Nick Hayek kritisiert die Lockdown-Politik des Bundesrates. (Archivbild)

Keystone

(dpo) Der CEO von Swatch, Nick Hayek, geht mit dem Bundesrat hart ins Gericht. «Es wird einfach Missmanagement betrieben. Man darf ja Fehler begehen, aber man sollte daraus lernen, was leider nicht passiert ist», wie der Chef des Schweizer Uhrenherstellers gegenüber der «NZZ» am Mittwoch in einem Interview sagte.

Seiner Ansicht nach sei «ein so undifferenzierter, unpragmatischer Lockdown wie hier in Europa und in der Schweiz» ein Fehler gewesen. Insbesondere die asiatischen Länder seien «deutlich geschickter» vorgegangen als die Schweiz, so Hayek.

In China habe es beispielsweise nur «ganz am Anfang, als man noch keinerlei Erfahrung mit dem Virus hatte», einen Lockdown gegeben. Korea oder Taiwan hingegen hätten ihre Läden und Restaurants nie landesweit geschlossen, sondern seien «sehr pragmatisch» vorgegangen, sagte der Swatch-Chef. So hätten die gesamte Gesellschaft und die Wirtschaft viel weniger Schaden davongetragen.

Vergangenen Juli war Hayek laut eigenen Angaben zusammen mit anderen Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft beim Gesamtbundesrat zu einer sogenannten Klausur eingeladen worden. Dabei habe die Landesregierung «steif und uninspiriert» gewirkt, so der CEO. Das Treffen hat gemäss Hayek eher wie eine Alibiübung gewirkt. «Wie es der Uhrenindustrie und den Arbeitern geht, hat keinen interessiert», sagte er weiter.