Uneinigkeit bei Versicherungsfällen: Nicht immer kann der Ombudsmann helfen

Nicht immer kann bei Streitigkeiten mit Versicherungen eine gütliche Lösung gefunden werden. In 40 Prozent der Fälle muss sich der Ombudsmann nach der Intervention geschlagen geben. 

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Nicht immer kann ein robustes Veloschloss die Versicherung überzeugen.

Nicht immer kann ein robustes Veloschloss die Versicherung überzeugen. 

Bruno Kissling

(agl) Martin Lorenzon ist «Ombudsman der Privatversicherung und der Suva». Letztes Jahr befasste er sich mit 3350 Anliegen und Beschwerden im Versicherungswesen, wie die Ombudsstelle am Donnerstag mitteilte. Rund die Hälfte der Beschwerdefälle betreffen Personenversicherungen wie Kranken- oder Unfallversicherungen.

392 von 1501 schriftlich eingereichten Beschwerden führten zu einer Intervention beim Versicherer. Diese Interventionen seien in rund 60 Prozent der Fälle erfolgreich gewesen, denn nicht immer lassen sich die Versicherer vom Ombudsmann überzeugen. 

Fahrrad zum zweiten Mal gestohlen - Versicherung zahlt nicht

Eine besonders strenge Praxis sei im vergangenen Jahr bei Diebstahlversicherungen festgestellt worden. In der Mitteilung wird ein spezieller Fall beschrieben, von einem Lehrling, dessen Fahrrad im Bahnhof Bern gestohlen wurde.

Die Versicherung wollte nicht zahlen, weil dem Versicherten bereits zuvor einmal ein Fahrrad am selben Bahnhof entwendet worden war. An einem Bahnhof habe er mit einem Diebstahl rechnen müssen, insbesondere bei einem teuren Fahrrad, welches täglich dort ausgestellt sei, habe die Versicherung argumentiert.

Der Ombudsman Martin Lorenzon war hingegen der Meinung, der Lehrling habe alle zumutbaren Obliegenheiten erfüllt, indem er gemäss seinen Angaben ein starkes Schloss verwendet und sein Fahrrad in einer modernen Abstellanlage hingestellt habe. Doch der Versicherer hielt an seinem Standpunkt fest und der Ombudsmann musste den Fall ohne Erfolg abschliessen.