VELOBOOM
Alles fährt Velo – Gehen uns bald die Fahrräder aus?

In der Coronakrise sind zahlreiche Schweizerinnen und Schweizer aufs Velo umgestiegen, die Verkaufszahlen von Galaxus schossen in die Höhe. Weil viele Hersteller ausgebucht sind, rechnet der Onlinehändler ab Sommer nur noch mit einem mageren Angebot.

Merken
Drucken
Teilen
Die Schweiz erlebte im vergangenen Jahr einen Veloboom. Dieser dürfte sich in diesem Jahr fortsetzen.

Die Schweiz erlebte im vergangenen Jahr einen Veloboom. Dieser dürfte sich in diesem Jahr fortsetzen.

Symbolbild: Boris Bürgisser

(gav) Seit der Coronakrise erlebt die Schweiz einen Veloboom. Studien der ETH Zürich und der Uni Basel haben gezeigt, dass die Menschen öfter Velo gefahren sind und deutlich längere Distanzen zurückgelegt haben. Dieser Trend ist auch im Handel spürbar. Beim Onlinehändler Galaxus hat sich der Verkauf von Velos und Velo-Zubehör im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Das teilt das Unternehmen in einer Mitteilung am Montag mit.

«Im Sommer waren 90 Prozent der Lieferanten ausverkauft und Ende Saison gab es dann auch bei uns fast keine Bikes mehr», sagt Oliver Rinderknecht, der bei Galaxus für den Ausbau des Velo-Angebots zuständig ist. Selbst im Winter sei die Nachfrage kaum abgeflacht, «und dieses Jahr geht es mit den Verkäufen ungebrochen weiter», wie es in der Mitteilung heisst.

Aktionen und Ausverkäufe dieses Jahr unwahrscheinlich

Galaxus verkaufte 2020 zudem neunmal so viele Elektrovelos wie 2019, inzwischen hat jedes dritte beim Onlinehändler verkaufte Fahrrad einen Elektromotor. Dass die Fahrräder auch genutzt werden, zeige der Verkauf von Zubehör wie Veloschläuchen oder Pflegeutensilien. Dieser hat sich laut Mitteilung im vergangenen Jahr «verdrei- bis vervierfacht».

Die Hersteller haben laut Mitteilung auf den Corona-Boom reagiert und ihre Produktion ausgeweitet. Trotzdem könne kaum ein Händler die gewünschten Mengen bestellen, laut Galaxus dürfe die Auswahl an Velos «spätestens ab dem Sommer mager sein». Aktionen und Ausverkäufe seien deshalb in diesem Jahr sehr unwahrscheinlich.