Weil die Sparfüchse nicht ins Ausland konnten: Schweiz importiert mehr Käse

Der Käsemarkt ist während der Coronakrise nicht geschmolzen. Trotz Lockdown stiegen sowohl die Käse-Exporte als auch die Importe. Vor allem günstiger Käse wurde vermehrt importiert.

Drucken
Teilen
Die Zahl der Schweizer Käseexporte ist im ersten Semester 2020 gestiegen.

Die Zahl der Schweizer Käseexporte ist im ersten Semester 2020 gestiegen.

Andrea Stalder

(mg) Freudige Nachrichten für Käseproduzenten: Die Coronakrise hat die Geschäftsbilanzen nicht durchlöchert. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage durch COVID-19 verzeichneten die Käseexporte einen Zuwachs von 2 Prozent. Dies geht aus einer Medienmitteilung der Switzerland Cheese Marketing (SCM) und der TSM Treuhand GmbH vom Freitag hervor. Weltweit seien 34'593 Tonnen Schweizer Käse verkauft worden. Vor allem die Exporte in die USA und die EU sind angewachsen.

Noch deutlicher gestiegen als die Exporte sind allerdings die Käse-Importe. Diese wuchsen in den ersten sechs Monaten des Jahres um 15.4 Prozent an. Das entspricht einer Zunahme von 4‘890 Tonnen. Gleichzeitig sank der durchschnittliche Kilopreis. Während 2019 für ein Kilo Importkäse noch 6.85 Franken bezahlt wurden, waren es im ersten Semester 2020 nur noch auf 6.29 Franken. Es wurde also mehr günstiger Käse vom Ausland importiert.

«Aufgrund der Grenzschliessungen wurde der Einkaufstourismus gestoppt, was dazu führte, dass zusätzlich zur Nahrungsmittelindustrie neu auch viele sehr preissensitive Schweizer Einkaufstouristen in der Schweiz einkaufen mussten», heisst es in der Mitteilung. Sprich: Viel günstiger Käse, der vor der Coronakrise im Ausland gekauft wurde, ging nun in der Schweiz über den Ladentisch. Am meisten Käse importierten die Schweizer aus Italien.