Weiterer Kahlschlag bei Manor: 476 Stellen fallen weg – Warenhausgruppe beschleunigt Umbau

Manor will seine Onlinestrategie rascher umsetzen als bisher geplant. Dem forcierten Umbau der Schweizer Warenhausgruppe fallen in den Läden sowie am Hauptsitz insgesamt 476 Stellen zum Opfer.

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Bereits geschlossen: Das Manor-Warenhaus an der Zürcher Bahnhofstrasse. Nun geht der Umbau der Warenhausgruppe weiter.

Bereits geschlossen: Das Manor-Warenhaus an der Zürcher Bahnhofstrasse. Nun geht der Umbau der Warenhausgruppe weiter.

Ennio Leanza / KEYSTONE

(sat) Manor will die Transformation zu einem sogenannten Omnichannel-Warenhaus noch rascher umsetzen als bisher geplant. Darum kommt es nach der Massenentlassung von 79 Mitarbeitenden Anfang Jahr zu einem weiteren Abbau von insgesamt 476 Stellen. Wie die Schweizer Warenhausgruppe am Montag mitteilte, betrifft der Abbau diesmal 91 Stellen am Hauptsitz in Basel sowie 385 Stellen in den Warenhäusern in der ganzen Schweiz. Die Mitarbeitenden sollen am Montag informiert werden.

Umgekehrt will Manor den Ausbau seines Onlinegeschäfts noch schneller vorantreiben. «Unsere E-Commerce-Aktivitäten konnten wir dieses Jahr um fast zwei Jahre beschleunigen», lässt sich CEO Jérôme Gilg in der Mitteilung zitieren. Die Trends der letzten Monate bestätigten zudem die bereits Ende letzten Jahres anvisierte und dann im Januar bereits einmal forcierte strategische Neuausrichtung seiner Warenhausgruppe. Konkret will Manor bis Ende 2024 seinen Anteil am Onlinehandel verfünffachen. Im Non-Food-Bereich dagegen will sich das Unternehmen auf die Kerngeschäfte Mode, Beauty und Haushalt konzentrieren. Im Lebensmittelbereich sollen Frischprodukte – und dabei insbesondere ökologische und regionale Produkte – signifikant ausgebaut werden.

Schneller auf Veränderungen im Markt reagieren

Wie Manor schreibt, ist mit der Personalkommission bereits ein Sozialplan ausgearbeitet worden. Zudem erfolge der Stellenabbau «verantwortungsvoll und in enger Abstimmung mit den Sozialpartnern und lokalen Behörden». Ziel sei es, die Organisationsstruktur in den Läden zu standardisieren und harmonisieren um so mit mehr «Agilität und Schnelligkeit» auf Veränderungen im Markt reagieren zu können.

Bereits Anfang Jahr hatte Manor einen grossen Stellenabbau bekannt gegeben. Damals waren vom Firmenumbau 79 Mitarbeitende betroffen. Im Gegenzug kündigte Manor bereits damals einen schnelleren Ausbau des Onlinegeschäfts an und wollte dafür auch neue Stellen schaffen, namentlich im Bereich Informatik und Infrastruktur. Ebenfalls bekannt gegeben worden waren im Januar die Schliessung des Manor-Warenhaus in Bachenbülach (ZH) sowie der Plan zum Verkauf der Supermärkte in Liestal (BL) und Delémont (JU).

Neuer CEO baut Warenhauskette in rasendem Tempo um

Nach jahrelangen juristischen Streitereien hat Manor überdies Ende Januar seine bekannteste Filiale an der Zürcher Bahnhofstrasse geschlossen. Dieser Schliessungsentscheid war allerdings bereits früher gefällt und kommuniziert worden.

Die Manor AG mit Hauptsitz in Basel wird seit gut einem Jahr von Jérôme Gilg geführt und ist laut eigener Darstellung die grösste Warenhauskette der Schweiz. Sie beschäftigt in allen Landesteilen neu noch rund 8900 Mitarbeitende. Manor betreibt 59 Warenhäuser, 30 Manor Food Supermärkte und 27 Manora Restaurants. Die Manor AG gehört zur Manor-Gruppe, die ausserdem die Sportartikelkette Athleticum betreibt. Sie gehört der Maus Frères Holding mit Sitz in Genf.