KOF-Schätzung: Wirtschaft könnte erst 2023 Talsohle durchschritten haben

Mit dem Anstieg der Coronafälle verdüstern sich auch die wirtschaftlichen Aussichten. Je nach Verlauf der Pandemie könnte das Bruttoinlandprodukt (BIP) gemäss Schätzungen der KOF dieses Jahr um bis zu 5 Prozent sinken.

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Wie schnell sich die Wirtschaft erholt, hängt auch davon ab, welche Massnahmen gegen die Pandemie ergriffen werden müssen. (Symbolbild)

Wie schnell sich die Wirtschaft erholt, hängt auch davon ab, welche Massnahmen gegen die Pandemie ergriffen werden müssen. (Symbolbild)

Keystone

(sre/rwa) Mit der steigenden Zahl an Neuinfektionen nimmt die wirtschaftliche Unsicherheit in der Schweiz wieder zu. Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) hat deshalb zwei Szenarien für den weiteren konjunkturellen Verlauf erstellt. Aktuell rechnet sie dieses Jahr mit einem Rückgang des Bruttoinlandproduktes (BIP) von 3,6 Prozent. Sollte sich die Pandemiesituation allerdings weiter verschärfen, sei mit einem Minus von 4,9 Prozent zu rechnen, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Im Hauptszenario nimmt die KOF an, dass die Zahl der Neuinfektionen in den Herbst- und Wintermonaten gegenüber dem Sommer höher liegt und die Schutzmassnahmen verschärft werden. Gleichzeitig wird davon ausgegangen, dass die wirtschaftliche Erholung zwar ins Stocken gerät, es aber keine breit abgestützten Rückgänge wie im Frühjahr geben wird. In diesem Szenario prognostiziert die KOF für 2020 einen Rückgang des BIP um 3,6 Prozent. 2021 sei dann wieder mit einem Wachstum von 3,2 Prozent zu rechnen. Das Vorkrisenniveau werde nicht vor Ende 2021 erreicht.

Vorkrisenniveau könnte erst 2023 wieder erreicht werden

Im Negativszenario geht die KOF von einem schwereren Pandemieverlauf aus, der bis ins Frühjahr 2021 anhält. Dabei kommt es zu teilweisen Lockdowns und Stilllegungen einzelner Branchen. In diesem Fall rechnet die KOF für 2020 mit einem Einbruch des BIP um 4,9 Prozent. Die Erholung im nächsten Jahr fällt mit einem Wachstum von 1,5 Prozent deutlich schwächer aus als im Basisszenario. Das Vorkrisenniveau wird dabei frühestens 2023 wieder erreicht.