Wirtschaft
Schweizer Handel im Pandemiejahr 2020 leicht rückläufig

Der Dachverband Handel Schweiz verzeichnet nach einer Umfrage bei 19 Branchen nur in wenigen Bereichen einen wachsenden Umsatz. Profitieren konnte dagegen der Spielzeughandel.

Merken
Drucken
Teilen
Die Spielzeugbranche gehört zu den grossen Gewinnern des Pandemiejahres 2020.

Die Spielzeugbranche gehört zu den grossen Gewinnern des Pandemiejahres 2020.

Michael Hunziker / BRU

(keg) Wie Handel Schweiz, der Dachverband des Handels, am Montag mitteilte, konnten einige Bereiche trotz oder wegen Corona profitieren und ein steigendes Wachstum verzeichnen. Zu den Gewinnern gehörte die Spielwarenbranche mit einem Umsatzplus von 13 Prozent. Hier zeichnete sich ein massiver Wandel vom Laden ins Internet ab.

Ebenfalls zulegen konnte die Holzbranche: Das Naturprodukt erfreut sich weiterhin einer grossen Beliebtheit. Im Homeoffice hatten die Leute wohl plötzlich Musse sich mit ihrer Holzterrasse zu befassen - der Umsatz stieg um 20 Prozent. Auch die Antriebstechnik des Neuwagens war bei Schweizerinnen und Schweizern im Pandemiejahr 2020 Thema. Es wurden 30 Prozent mehr Neuwagen mit Elektromotoren verkauft, 2021 bereits 36 Prozent mehr. Ebenfalls profitieren konnte - dank Homeoffice - der Handel mit Foto- und Videokameras. Dennoch verzeichnete die Branche insgesamt einen leichten Rückgang.

Textilbranche hält sich weitgehend stabil

Von der Pandemie unterschiedlich betroffen sei die Textilbranche, wie der Dachverband weiter ausführt. Die Verkäufe zeigten sich trotz Ladenschliessungen zwar stabil, Probleme bereiteten der Branche aber die steigenden Transportkosten aus Fernost. Ebenfalls schwankend verlief das Jahr für die Baubranche: Während der Tiefbau weiter auf hohem Niveau läuft, ist der Hochbau rückläufig.

Von der Baubranche abhängig und negativ betroffen sind der Handel mit Bodenbelägen (minus 8 Prozent), der Elektrogrosshandel (minus 5 Prozent) und der Handel mit Baumaterialien (minus 15 Prozent). Die Baumaschinenbranche leidet an den steigenden Preisen und längeren Lieferzeiten. Weniger gebraucht wurden auch Arbeitsbühnen. Die meisten Anbieter verloren in diesem Segment 12 Prozent ihres Umsatzes.

Der Dachverband Handel Schweiz bleibt trotz allem positiv. Kaspar Engeli, Direktor von Handel Schweiz, erläutert in der Mitteilung, dass der Handel auch ausserhalb von Corona mit stetigen Veränderungen konfrontiert sei. Wechselhaftes Konsumverhalten, Probleme mit Lieferketten oder Preissteigerungen von Rohstoffen seien immer wieder Herausforderungen, denen sich die Branche stellen müsse.