Wirtschaftsvertreter sind sich einig: Ein zweiter Lockdown muss verhindert werden

Wirtschaftsminister Guy Parmelin lud am Donnerstag Vertreter von Wirtschaft, Sozialpartnern und Kantonen zu einem Runden Tisch. Sie waren sich einig, dass ein weiterer Lockdown verhindert werden muss.

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Wirtschaftsminister Guy Parmelin lud am Donnerstag zu einem Runden Tisch mit den Wirtschaftsvertretern.

Wirtschaftsminister Guy Parmelin lud am Donnerstag zu einem Runden Tisch mit den Wirtschaftsvertretern.

Keystone

(agl) Die Teilnehmer der Telefonkonferenz machten sich über die aktuelle Entwicklung grosse Sorgen, teilte das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) am Donnerstag mit. Gemeinsam mit Bundesrat Guy Parmelin haben sie die aktuelle Lage und die kommenden Herausforderungen analysiert. Wie es in der Mitteilung weiter heisst, wurden sich die Vertreter von Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und Kantonen in vier Punkten einig.

So gelte es auf jeden Fall, einen zweiten Lockdown zu verhindern. Vorher müssten alle anderen Massnahmen getroffen werden. Weiter müssten die Schutzkonzepte strikt eingehalten und so bald wie möglich Schnelltests eingeführt werden. Zuletzt sollten Massnahmen wie die Einschränkungen von Treffen im öffentlichen und privaten Raum nur dann ergriffen werden, «wenn es wirklich nötig ist».

Lockdown würde zu Umsatzverlusten in Millionenhöhe führen

Der Schutz der Bevölkerung und der Schutz der Wirtschaft stehen nicht im Widerspruch, schreibt das WBF weiter. Die Kosten für die Wirtschaft seien dann am tiefsten, wenn die Ausbreitung des Virus so rasch wie möglich eingedämmt werde. Bund, Kantone und die Wirtschaft müssten nun an einem Strick ziehen und die Grundregeln zur Bewältigung der Pandemie strikt einhalten.

Auch der Detailhandelsverband Swiss Retail Federation warnte am Donnerstag vor einem weiteren Lockdown: «Ein noch so kurzer Lockdown hätte massive negative Folgen für die im Non-Food Detailhandel tätigen Unternehmen und würde zu Umsatzverlusten in Millionenhöhe führen», schreibt der Verband in einer Mitteilung. Der Detailhandel habe seit dem Frühling zudem gut eingespielte Schutzkonzepte und habe sich nie als Ansteckungsherd erwiesen. Es gebe keinen Grund, den Detailhandel von einem temporären Lockdown zu erfassen.