Zahl der Banken in der Schweiz schrumpft — mehr als jede zehnte schreibt Verlust

Die Bankenstatistik der Schweizerischen Nationalbank zeigt, dass die Konzentration am Schweizer Bankenplatz fortschreitet. Die Zahl der Institute nimmt ab, das Hypothekarvolumen steigt weiter rasant.

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Der Schweizer Finanzplatz in Zürich.

Der Schweizer Finanzplatz in Zürich.

Keystone

(sku) Vor gut zwanzig Jahren hatten noch über 400 Banken ihre Jahresrechnung eingereicht. Ende 2019 waren es noch 246, wie der Bankenstatistik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom Donnerstag zu entnehmen ist. Das sind zwei weniger als im Vorjahr, nachdem die Zahl der Banken in der Schweiz schon in den Jahren zuvor kontinuierlich gesunken ist. Von den verbliebenen Banken erzielte im vergangenen Jahr die Mehrheit einen Gewinn. Dennoch schrieben 30 Banken einen Verlust, wie die SNB in ihrem jährlichen Bericht «Die Banken in der Schweiz» festhält. Daraus resultierte ein Gewinn von 0,8 Milliarden Franken, also rund 10,8 Milliarden weniger als im Vorjahr.

Im Jahr 2019 setzten die hiesigen Banken ihre Investitionen in Wohneigentum fort: Die aggregierten Hypothekarforderungen zogen mit einem Plus von 3,2 Prozent erneut stark an. Grosse Zuwächse verzeichneten gemäss Bericht vor allem die Kantonalbanken. Ihr Anteil an der gesamten Bilanzsumme der Banken betrug damit rund 30 Prozent. Diese stieg in der Schweiz um knapp 93 Milliarden Franken.

Mehr Aktien, weniger Personal

Auch die Wertschriftenbestände in Kundendepots bei Banken in der Schweiz stiegen gemäss Bericht. Und zwar um 15,9 Prozent. Durch die stark gestiegenen Börsenkurse im In- und Ausland verzeichneten die Aktienbestände die grösste Zunahme. Auch der Anteil an in Franken angelegten Treuhandgelder erhöhte sich stark.

Rückläufig war hingegen der Personalbestand: Weil Grossbanken Stellen in andere Konzerneinheiten verlagerten, die nicht von der Bankenstatistik erfasst werden, sank die Anzahl Mitarbeitenden um 1204 auf 106'084 Vollzeitäquivalente. Die Bankengruppen Kantonalbanken und «Andere Banken» erhöhten den Personalbestand, während ihn die ausländisch be-herrschten Banken und die Börsenbanken reduzierten.