Zweite Säule
Darum bleibt der Aufstand gegen die Umverteilung in der zweiten Säule aus

Ein Grossteil der Bevölkerung zählt das Guthaben in der zweiten Säule nicht zum eigenen Vermögen. Eine neue Studie sieht darin den Hauptgrund, weshalb sich die Jungen nicht stärker gegen die heutige Umverteilung wehren.

Merken
Drucken
Teilen
Laut der Sotomo-Studie identifiziert sich die Mehrheit der Erwerbstätigen nicht mit der zweiten Säule.

Laut der Sotomo-Studie identifiziert sich die Mehrheit der Erwerbstätigen nicht mit der zweiten Säule.

Keystone

Jedes Jahr werden mehrere Milliarden Franken aus den Kapitalerträgen der Altersguthaben von Berufstätigen genutzt, um laufende Rentenzahlungen zu decken. Gemäss dem Forschungsinstitut Sotomo sind sich dessen aber nur elf Prozent der Bevölkerung bewusst. Dies hat eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage ergeben, die Sotomo im Auftrag von Vita, der beruflichen Vorsorge der Vita Sammelstiftungen und der Zurich Versicherung bei über 1600 Personen durchgeführt hat.

Wie Sotomo in einer Mitteilung schreibt, zählen auch nur 44 Prozent der Befragten ihr Guthaben in der zweiten Säule zu ihrem eigenen Vermögen. Bei den 26- bis 35-Jährigen beträgt der Anteil gar nur 27 Prozent. Und obwohl nur wenige über die aktuelle Umverteilung informiert sind, gehen gemäss Umfrage 49 Prozent der Erwerbstätigen davon aus, dass sie bei der Pensionierung nicht das gesamte Guthaben gemäss Vorsorgeausweis erhalten werden.

«Die zweite Säule müsste sichtbarer werden, um von einer Mehrheit als Anlage für das eigene Alter verstanden zu werden», schlussfolgern die Studienautoren. Weil der Kenntnisstand und die Identifikation tief seien, bleibe auch der politische Widerstand trotz Umverteilung aus. (agl)