Zweitwohnungsmarkt
Preise für Ferienwohnungen steigen während Corona deutlich an

Ferienwohnungen im Alpenraum werden immer teurer. Grund dafür ist die Coronakrise. Das zeigt der am Mittwoch veröffentlichte Alpine Property Focus 2021 der UBS.

André Bissegger
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Die Preise für Ferienwohnungen sind in der Coronapandemie stark gestiegen. (Symbolbild)

Die Preise für Ferienwohnungen sind in der Coronapandemie stark gestiegen. (Symbolbild)

Keystone

Ferienwohnungen sind während der Coronakrise gefragt. Entsprechend haben die Preise für Ferienwohnungen im Alpenraum im Jahr 2020 deutlich zugelegt. Die pandemiebedingten Reisebeschränkungen und Empfehlungen zum Homeoffice hätten die Preisdynamik begünstigt, teilte die UBS am Mittwoch mit. Auch das vielerorts knappe Angebot an Ferienwohnungen habe zu dieser Entwicklung beigetragen. Zudem gelten Immobilien als sichere Anlage.

Gemäss dem UBS Alpine Property Focus 2021 stiegen die Preise in den untersuchten Schweizer Destinationen durchschnittlich um fast 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das sei der stärkste Anstieg seit 2012, als die Zweitwohnungsinitiative angenommen wurde, und mehr als im benachbarten Ausland. «Der durchschnittliche Quadratmeterpreis beträgt 10'000 Franken. Das sind keine Luxusobjekte, aber Ferienwohnungen von guter Qualität an guter Lage», sagte der Studienverantwortliche Maciej Skoczek.

Schere öffnet sich zwischen den Ferienorten

Die Schere zwischen den hochpreisigen und den günstigeren Orten vergrössert sich laut Maciej immer mehr: In Destinationen mit Quadratmeterpreisen von über 10'000 Franken sind die Preise durchschnittlich um 8 Prozent gestiegen. Stark zugelegt haben beispielsweise Davos/Klosters mit 12 Prozent, Flims/Laax mit 11 Prozent oder Engelberg mit 10 Prozent. In günstigeren Ferienorten hingegen stiegen sie im Durchschnitt nur um knapp 2 Prozent. In fast der Hälfte der günstigeren Destinationen seien die Preise sogar leicht zurückgegangen – beispielsweise in Samnaun mit fast 5 Prozent oder Flumserberg mit 3 Prozent.

Der teuerste Ferienort im Alpenraum ist Engadin/St. Moritz. Eine Ferienwohnung im gehobenen Standard kostet dort momentan gemäss UBS knapp 17'000 Franken pro Quadratmeter – 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Danach folgen Gstaad mit 16'500 Franken und Verbier mit 14'600 Franken.

Künftig wieder mehr Wohnungen auf dem Markt

Die UBS geht davon aus, dass die Preisanstiege auch 2021 anhalten dürften. «Allerdings wird der Ansturm auf Ferienwohnungen mittelfristig tendenziell wieder nachlassen», sagte Maciej. Ein Grund dafür ist die sinkende Nachfrage wegen der höheren Preise und daher abnehmenden Tragbarkeit.

Auch hätten viele den Kaufentscheid vorgezogen, so dass die Nachfrage unter das Vor-Corona-Niveau fallen werde, sobald Homeoffice wieder abnehme und Auslandsreisen einfacher werden. Zudem könnte sich das Angebot künftig wieder erhöhen, da bei vielen der zwischen 1960 und 1980 gebauten Wohnungen ein Generationenwechsel anstehe und die nachfolgende Generation die Wohnungen eventuell nicht wolle. «Ausserdem sind Ferienwohnungen ein Luxushobby», sagt Maciej.