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373 Tote bei neuer Tsunami-Katastrophe in Indonesien

Zwei Tage nach der Tsunami-Katastrophe in Indonesien ist die Zahl der Toten auf mindestens 373 gestiegen. Wie der indonesische Katastrophenschutz am Montag weiter mitteilte, wurden ausserdem über 1400 Menschen verletzt. 128 Menschen würden noch vermisst
Rettungskräfte bergen nach der Tsunami-Flutwelle in Indonesien weitere Leichen. (Bild: KEYSTONE/EPA/ADI WEDA)

Rettungskräfte bergen nach der Tsunami-Flutwelle in Indonesien weitere Leichen. (Bild: KEYSTONE/EPA/ADI WEDA)

(sda/dpa/afp/reu)

Die Flutwellen hatten am Samstagabend (Ortszeit) Küstengebiete zu beiden Seiten der als Sundastrasse bekannten Meerenge zwischen den Inseln Sumatra und Java erfasst. Die Opferzahl dürfte weiter ansteigen, es galten 57 Menschen als vermisst, sagte Sutopo Purwo Nugroho, Sprecher der Katastrophenschutzbehörde. Knapp 11'700 Menschen wurden durch die Katastrophe obdachlos.

Rettungskräfte waren bei regnerischem Wetter mit schwerem Gerät im Einsatz, um in den betroffenen Gebieten Trümmer zu entfernen. Der indonesische Präsident Joko Widodo wurde am Montag in der Unglücksregion erwartet.

Ausgelöst wurden die bis zu 90 Zentimeter hohen Wellen durch einen unterseeischen Erdrutsch nach einer Vulkaneruption auf der kleinen Insel Anak Krakatoa zwischen Java und Sumatra. Der Experte Richard Teeuw von der Universität Portsmouth warnte, es gebe eine «hohe» Wahrscheinlichkeit für weitere Tsunamis, solange die derzeitige Aktivität des Vulkans anhalte. Denn diese könne zu weiteren Erdrutschen unter Wasser führen.

Zurzeit gibt es weder beim Aussendepartement EDA noch bei Schweizer Reiseveranstaltern Hinweise, dass sich unter den Opfern Schweizer Staatsangehörige befinden. Bei den betroffenen Orten handelt es sich den Touristikern zufolge nicht um Massendestinationen. Wichtigstes Ziel in Indonesien sei die Insel Bali weiter im Osten.

Lokale Caritas-Organisationen arbeiten eng mit der nationalen Katastrophenschutzbehörde zusammenarbeiten, und leisten mit ihren Teams vor Ort Nothilfe. Bis am Montag verteilten sie 1700 Lebensmittelrationen und stellten Fahrzeuge zur Verfügung. Die Menschen benötigen zurzeit vor allem Lebensmittel medizinische Hilfe und Notunterkünfte wie Zelte, teilte Caritas Schweiz mit.

Die Flutwellen waren mitten in der Feriensaison über beliebte Touristenstrände auf den beiden durch die Meerenge getrennten Inseln hereingebrochen. Schon an Weihnachten 2004 hatte ein verheerender Tsunami neben anderen östlichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans auch Indonesien getroffen - alleine dort kamen damals mehr als 160'000 Menschen ums Leben, insgesamt waren etwa 230'000 Todesopfer zu beklagen.

Vulkanausbruch als Ursache

Vor knapp drei Monaten wurde dann die bei Touristen beliebte indonesische Insel Sulawesi - rund 1500 Kilometer nordöstlich des jetzt betroffenen Gebiets - von einem schweren Erdbeben und einem dadurch ausgelösten Tsunami heimgesucht, der mehr als 2200 Menschen das Leben kostete. Damals machte sich unter vielen Indonesiern Verbitterung breit über die aus ihrer Sicht zu langsame Reaktion der indonesischen Behörden auf die Katastrophe.

Nach Angaben der indonesischen Agentur für Meteorologie, Klima und Geophysik (BMKG) war die Ursache des Tsunamis vermutlich ein Ausbruch des in der Meerenge liegenden Vulkans Anak Krakatau, der wiederum einen Unterwasser-Erdrutsch zur Folge hatte. Demnach ereignete sich die Eruption am Samstagabend um 21.03 Uhr (Ortszeit; 15.03 Uhr Schweizer Zeit), 24 Minuten später sei der Tsunami auf Land getroffen.

Der Anak Krakatau (übersetzt: Kind von Krakatau) ist ein Vulkan, der in der Sunda-Meerenge etwa 50 Kilometer von der Provinz Banten im Westen Javas entfernt liegt. Vor allem unter Indonesiern gilt der Landstrich an der Sundastrasse aufgrund seiner Nähe zur indonesischen Hauptstadt Jakarta als Urlaubsregion.

Erdbeben auf Tonga

Der Anak Krakatau entstand durch einen Ausbruch des Krakatau, der 1883 einen der heftigsten Ausbrüche überhaupt mit geschätzten 36'000 Toten verursacht hatte. Seit 1927 ist der Anak Krakatau selbst vulkanisch aktiv. Er ragt etwa 338 Meter aus der Wasseroberfläche, wie Daten der Agentur für Geophysik belegen. Schon seit langem habe er eine tödliche Gefahr für das Hauptland dargestellt, heisst es. So gab es bereits 2016 und 2017 Ausbrüche, und seit Juni habe er eine erhöhte Aktivität gezeigt.

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Für die Einwohner sind Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche keine neue Erfahrung. Der Inselstaat hat so viele aktive Vulkane wie kein anderes Land der Welt.

An anderer Stelle des Feuerrings erschütterte am Montagmorgen (Ortszeit) ein Erdbeben der Stärke 6,4 das Königreich Tonga. Das Zentrum des Bebens lag knapp 84 Kilometer nördlich der Hauptstadt Nukualofa in einer Tiefe von knapp 100 Kilometern, wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte. Über eventuelle Schäden oder Opfer auf der Inselgruppe lagen zunächst keine Angaben vor. Es gab keine offizielle Tsunami-Warnung des Warnzentrums PTWC.

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