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Die heikle Revanche von Federer gegen den sanften Riesen

Roger Federer freut sich an den ATP Finals auf die Revanche für die Niederlage in Wimbledon gegen Kevin Anderson. Die Ausgangslage ist heikel: Bereits ein Satzverlust könnte zum Ausscheiden führen.
Abschied oder Vorstoss in die Halbfinals? Für Roger Federer ist heute an den ATP Finals jedes Szenario denkbar (Bild: KEYSTONE/AP/ALASTAIR GRANT)

Abschied oder Vorstoss in die Halbfinals? Für Roger Federer ist heute an den ATP Finals jedes Szenario denkbar (Bild: KEYSTONE/AP/ALASTAIR GRANT)

(sda)

Tennis ist eigentlich eine sehr simple Sportart. Es gibt kein Taktieren, wer gewinnt ist eine Runde weiter, wer verliert, fährt nach Hause. Einzig an den ATP Finals ist alles ein bisschen anders. Roger Federer verlor sein Auftaktspiel gegen Kei Nishikori und darf immer noch auf den Halbfinaleinzug hoffen. Umgekehrt könnte es sein, dass er heute Donnerstagabend (21.00 Uhr) gegen Kevin Anderson gewinnt und in London dennoch ausscheidet.

Federer hat dabei einen Vorteil: Er wird seine Ausgangslage kennen. «Es wäre ja schon ein bisschen ein Witz, wenn ich sagen würde, die Ausgangslage sei mir egal», flüchtete sich der 37-jährige Basler nicht in die oft gebrauchte Floskel, man wolle unbeschwert spielen. Einfach gesagt ist das Szenario so: Gewinnt Kei Nishikori am Nachmittag gegen den noch sieglosen Dominic Thiem, muss Federer gegen Anderson in zwei Sätzen gewinnen, sonst ist der Japaner im Halbfinal. Verliert Nishikori, reicht Federer ein einfacher Sieg zum Weiterkommen, er wäre dann dank der gewonnenen Direktbegegnung gegen Anderson sogar Gruppensieger. Sollte Nishikori Thiem in zwei Sätzen unterliegen, würde Federer auch eine nicht allzu deutliche Niederlage zum Weiterkommen reichen.

«Es war eine Kopfsache»

Das ist aber natürlich nicht sein Ziel. «Wichtig ist, dass ich gegen Kevin ein gutes Spiel zeige», betonte der Masters-Rekordsieger, der bei 16 Teilnahmen erst einmal in der Vorrunde scheiterte. «Wenn es dann nicht reicht, ist es halt so. Dann habe ich den Halbfinal auch nicht verdient.» Für seine ungewohnt schwache Leistung am Sonntag gegen Nishikori hatte Federer eine erstaunliche und selbstkritische Erklärung. Es lag an der Einstellung.

«Man fühlt das Messer nicht gleich am Hals wie bei anderen Turnieren», stellte er fest. Er habe sich den ganzen Tag gut gefühlt, nur im Match sei er dann ein wenig genervt gewesen. «In den ersten acht Games spielte Kei ja ebenfalls schrecklich. Ich hätte mir sagen sollen: Toll, ich brauche ja keinen Rhythmus, er schon. Das läuft gut für mich. Aber ich war zu negativ.» Er habe sich wieder daran erinnern müssen, wie toll und was für ein Privileg es sei, in London und in dieser Arena zu spielen. «Ich bin zum 16. Mal qualifiziert, vielleicht dachte ich, es sei einfach irgend ein Spiel, und das war sehr enttäuschend.»

Sehr einfach war dafür die Lösung des Problems: Federer sagte am Montag das Training ab, um den Kopf zu lüften. «Wichtig war nicht meine Vor- oder Rückhand oder der Aufschlag. Es war eine Kopfsache. Manchmal braucht man eine Pause.» Auf der Rückfahrt ins Hotel habe er am späten Sonntagabend lange mit seinem Team geredet. «Die Coaches meinten dann, ich solle es locker nehmen, einen Tag mit der Familie verbringen und dann glücklich auf den Platz zurückkommen.» Und nachdem dies mit dem souveränen Sieg gegen Thiem hervorragend funktioniert hatte, machte es Federer am freien Mittwoch genau gleich.

Revanche für Wimbledon

Unabhängig von den Rechenspielen ist die Hürde für den Einzug in die Halbfinals aber gross. 2,03 m, um genau zu sein. Der Südafrikaner Kevin Anderson machte Federer in diesem Jahr in London schon einmal einen Strich durch die Rechnung, als er ihn im Wimbledon-Viertelfinal nach Abwehr eines Matchballs 13:11 im fünften Satz bezwang. Die vier Partien zuvor hatte alle der Schweizer gewonnen.

Am Dienstag überzeugte Anderson mit einem nahezu perfekten 6:0, 6:1-Sieg gegen Nishikori. Federer weiss, welch schwierige Aufgabe ihn am Donnerstag gegen den auf dem Platz meist so grimmigen, daneben aber ausgesprochen freundlichen Riesen erwartet. «Gegen einen grossen Aufschläger wie Anderson kannst du dir ja sowieso nicht zum Ziel setzen, 6:2, 6:2 zu gewinnen», betonte er. «Wenn, müsste das Ziel eher sein, in zwei Sätzen 7:6, 7:6 zu gewinnen. Wichtig ist einfach, dass ich positiv ins Spiel gehe.» Und ein 7:6, 7:6 würde ja aller Wahrscheinlichkeit nach auch reichen.

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