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Facebook sperrt Datenanalysefirma vorerst Zugang zu Nutzerdaten

Facebook hat laut einem Medienbericht einer US-Datenanalysefirma vorerst die Auswertung seiner Nutzerdaten untersagt. Das soziale Netzwerk untersucht nun, ob einige der zwischen dem Dienstleister und dessen Kunden geschlossenen Verträge Nutzungsbedingungen verletzt haben könnten.

Dies berichtete die Zeitung «Wall Street Journal» am Freitag (Ortszeit). Laut dem Artikel geht es um Verträge mit US-Regierungsbehörden sowie einer regierungsnahen russischen Organisation, die zu den Kunden der in Boston ansässigen Firma Crimson Hexagon gehören.

Facebook habe weitere Informationen von Crimson Hexagon angefordert. Ein Facebook-Sprecher sagte der Zeitung, die Prüfung habe bisher keine zu unzulässige Nutzung von Informationen ergeben. Der Dienstleister nutzt nach eigenen Angaben lediglich öffentlich frei verfügbare Informationen, etwa um den Erfolg von PR-Kampagnen zu messen.

Das sei «absolut legal», schrieb Crimson-Hexagon-Manager Chris Bingham in einem Blogeintrag. Es gebe aber «eine besondere Sensibilität», was die Nutzung von frei zugänglichen Onlinedaten durch die Regierung angehe. Crimson Hexagon verlange von Behörden stets, dass sie die Zulässigkeit einer Datennutzung garantierten.

Das «Wall Street Journal» zitierte Branchenkenner, denen zufolge es offenbar um den Vorwurf geht, Crimson Hexagon habe seine mit US-Regierungsbehörden abgeschlossenen Dienstleistungsverträge Facebook nicht vorab zur Prüfung vorgelegt. Der Auftrag für die russische Nichtregierungsorganisation stammte demnach aus dem Jahr 2014.

Facebook sieht sich in Folge des Skandals um die Datenanalysefirma Cambridge Analytica derzeit mit zahlreichen Untersuchungen durch Aufsichts- und Ermittlungsbehörden konfrontiert. Die Daten von rund 87 Millionen Facebook-Nutzern waren bei Cambridge Analytica gelandet und sollen unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump genutzt worden sein.

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