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Freisinniges Bundesrats-Schaulaufen vor halbleeren Parteirängen

Die freisinnigen Bundesratsanwärterinnen und -anwärter haben sich am Dienstagabend zum Auftakt einer kurzen Präsentationstournee in Muttenz BL ihrer Basis vorgestellt. Für alle drei war es ein Partei-Heimspiel, bei dem im Publikum keine Präferenzen auszumachen waren.
Der Schaffhauser Regierungsrat Christian Amsler (l.), Ständerätin Karin Keller-Sutter und Ständerat Hans Wicki (r.) präsentieren sich als Bundesratskandidaten im Rahmen einer FDP-Roadshow am Dienstagabend in Muttenz. (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

Der Schaffhauser Regierungsrat Christian Amsler (l.), Ständerätin Karin Keller-Sutter und Ständerat Hans Wicki (r.) präsentieren sich als Bundesratskandidaten im Rahmen einer FDP-Roadshow am Dienstagabend in Muttenz. (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

(sda)

Anders als die CVP, die ihre Probabili am vergangenen Mittwoch an einem Einzelanlass in Bern präsentiert hat, geht die FDP mit ihrem Trio auf eine drei-Säle-Tour durch die Schweiz. Nach Muttenz macht diese Veranstaltung, neudeutsch «Roadshow», noch Halt in Winterthur (12.11.) und Yverdon-les-Bains VD (14.11.).

Beim Showstart im Baselbiet hatte der Schweizer Freisinn angesichts der sehr lose besetzten Reihen im grossen «Mittenza»-Saal indes offenbar attraktive Konkurrenz - vielleicht von Champions League oder US-Wahlen. Der überschaubare Andrang trübte jedoch die Stimmung der drei Bundesratsmitglieder in spe nicht wahrnehmbar ein.

Gleich alt

Moderiert von der Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger durften sich auf der breiten Dorfbühne die St. Galler Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter, der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki und der Schaffhauser Regierungspräsident Christian Amsler selber vorstellen.

Alle drei sind 54 Jahre alt und sehen sich selber voll im Saft für die Herausforderung Landesregierung. Anders als Keller-Sutter und Amsler stieg Wicki nicht schon in jungen Jahren, sondern erst im Jahr 2000 in die Politik ein, mit internationaler Managementerfahrung. Amsler hatte bereits in ein Schülerheft «Bundesrat» als Berufsziel notiert.

Bei den Positionsbezügen profilierte sich Keller-Sutter als präzise Argumentatorin, die indes teils vermintem Terrain auswich. Insbesondere beim Blick über die Landesgrenzen hatte sie als dossierfeste Vizepräsidentin der Aussenpolitischen Kommission leichtes Spiel und warf ihre Erfahrung auch in die Waagschale.

Kompromiss-Fans

So beklagte sie zum Migrationspakt fehlenden Einbezug der Legislative, die von diesem Pakt ausgebootet würde. Migration könne man nur international lösen, aber die Nationalstaaten müssten ihre Rolle behalten. Auf den Brexit angesprochen, erwartet sie ein «Exempel» der EU gegenüber der Schweiz.

Amsler unterstrich Parallelen seiner Heimat zur gastgebenden Grenzregion um Basel: Auch am Bodensee hätten die Menschen trotz unterschiedlicher Kulturen im Grunde dieselben Themen. Er sei Exekutivpolitiker mit grenzüberschreitender Erfahrung und wolle jetzt eine Ebene höher weitermachen; zudem habe Schaffhausen noch nie einen Bundesrat gehabt.

Alle drei kritisierten die politische Polarisierung und betonten die Wichtigkeit der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Politik; man müsse Kompromisse suchen. - Für Keller-Sutter hätten übrigens Gewerkschaften «nicht ganz zu unrecht» reklamiert, den Lohnschutz nicht von der EU diktieren zu lassen.

Empfehlung am Freitag

Wicki sieht mehr gegenseitigen Erklärungsbedarf als früher, weil heute in vielen Schweizer Firmen ausländische Manager das Sagen hätten statt einheimischer Unternehmer. Sich selber skizzierte er als fitten Sportler, der jetzt ins grosse Rennen steigen will für sein Land.

Die FDP entscheidet am 9. November und gibt eine Empfehlung an ihre Fraktion ab. Diese wird am 16. November die Kandidaten offiziell ernennen, die der Bundesversammlung zur Nachfolge von Johann Schneider-Ammann vorgeschlagen werden sollen.

Die Bundesratswahlen sind auf den 5. Dezember angesetzt. Neben der Nachfolge von Schneider-Ammann wird dann auch jene von Doris Leuthard (CVP) bestimmt.

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