Sexismus-Vorwurf nach Schwyzer Kantonsratssitzung: «Man kann Fünfer, Weggli und Bäckerstocher nicht gleichzeitig bekommen»

Landammann Kaspar Michel hat anlässlich der Steuer-Debatte mit der Redewendung, man könne nicht Fünfer, Weggli und Bäckerstochter gleichzeitig bekommen, für Aufruhr gesorgt. Die Juso fordert eine Entschuldigung.

Merken
Drucken
Teilen
Steht in der Kritik: Finanzdirektor Kaspar Michel. (Bild: Pius Amrein (Altdorf, 20. November 2014)

Steht in der Kritik: Finanzdirektor Kaspar Michel. (Bild: Pius Amrein (Altdorf, 20. November 2014)

Finanzdirektor Michel weibelte in der Parlamentssitzung mit seiner Aussage gegen eine Senkung der Steuern, die weiter ging, als es der Regierungsrat wollte. Er habe die Worte denn auch im Zusammenhang mit den Senkungsansprüchen gebraucht, die von mehreren Seiten kamen, sagte Michel am Freitag auf Anfrage.

Kantonsrat Adrian Föhn (SVP) erwiderte im Rat, er hätte eine solche Bäckerstochter zu Hause. Diese Worte verurteilt die Juso des Kantons Schwyz als «sexistische Voten», wie sie in einer Mitteilung schreibt. Für die Partei sei klar, dass sich Michel und Föhn für ihre Aussagen entschuldigen müssen.

Zuvor hatte bereits Alt-Kantonsratspräsidentin Karin Schwiter (SP) in einem Leserbrief in der Zeitung «Bote der Urschweiz» den Rat mit einem «ekligen Alt-Herrenclub» verglichen. Es sei bezeichnend, dass man sich im rechtskonservativ dominierten Schwyzer Kantonsrat in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung - von 100 Mitgliedern sind 90 Männer - offenbar auch im Jahr 2018 immer noch über die Prostitution von Frauen amüsieren könne.

Auf die Frage, ob er eine Entschuldigung in Betracht ziehe und ob seine Worte wieder so wählen würde, sagte Michel, er kommentiere diese Debatte als Schwyzer Landammann nicht. (sda)