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47 Tote nach Explosion in chinesischem Chemiewerk

Nach einer schweren Explosion in einem Chemiepark in Ostchina ist die Zahl der Opfer gestiegen: 47 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben. Zuvor war von sechs, später von 44 Toten die Rede gewesen.
Nach der Explosion in einer chinesischen Chemiefabrik in Yancheng ist die Zahl der Toten in der Nacht auf Freitag auf 47 Personen gestiegen. (Bild: KEYSTONE/AP Xinhua/CHEN FENG)

Nach der Explosion in einer chinesischen Chemiefabrik in Yancheng ist die Zahl der Toten in der Nacht auf Freitag auf 47 Personen gestiegen. (Bild: KEYSTONE/AP Xinhua/CHEN FENG)

(sda/dpa/afp)

90 weitere Personen wurden zudem schwer verletzt. Von den Verletzten befinden sich 32 Menschen in einem kritischen Zustand. Dies teilten die Behörden der ostchinesischen Stadt Yancheng am Freitag mit. Auslöser für die Explosion am Vortrag was ein Feuer in einer Fabrik für Pestizide.

Die Druckwelle der Explosion beschädigte auch Hausfassaden in der Umgebung und zerstörte zahlreiche Fenster, wie auf Videoaufnahmen des Unglücks zu erkennen ist. Über 640 Menschen zogen sich nach Behördenangaben Schnittwunden und andere Verletzungen zu und begaben sich zur Behandlung in Spitäler. Zahlreiche Autos, Wohnhäuser und eine Schule in der Nähe seien beschädigt worden.

Firmenchef in Gewahrsam

Nach der Explosion am Donnerstag nahm die Polizei Firmenchef Zhang Qinyue und andere Manager in Gewahrsam. Laut Gerichtsunterlagen mussten Zhang Qinyue und andere Mitarbeiter bereits 2017 hohen Geldstrafen zahlen, weil die Firma Umweltauflagen nicht eingehalten hatte. Eine damals verhängte Haftstrafe gegen den Firmenchef, der sich bei dem Unglück am Donnerstag ebenfalls Verletzungen zugezogen hatte, wurde damals zur Bewährung ausgesetzt.

Die staatliche Aufsicht für Arbeitssicherheit stellte in einem Bericht aus dem vergangenen Jahr zudem mindestens 13 Verstösse gegen Sicherheitsvorschriften bei der Firma fest. Schlechter Brandschutz und unzureichende Sicherheitsschulung wurden bemängelt.

Alle Türen und Fester wurden in unserem Haus herausgerissen und Teile der Decke fielen herunter», sagte eine 18-jährige Anwohnerin, die mit ihrer Familie etwa zwei Kilometer von der Unglücksstelle lebt: «Zum Glück war niemand Zuhause». Im Kindergarten ihrer jüngeren Schwester habe es jedoch viele Verletzte gegeben. «Wir haben es zweimal laut knallen gehört. Dann sind die Fenster plötzlich zersprungen», sagte der Besitzer einer Werkstatt in der Nähe des Industrieparks.

Mehrere Schulen und Kindergärten in der Nähe der Unglücksstelle blieben am Freitag geschlossen. Behörden testeten die Luft- und Wasserqualität in der Umgebung auf mögliche Belastungen.

Parteiführung aufgeschreckt

Wie die staatliche Zeitung «People's Daily» am Freitag berichtete, war die Explosion am Donnerstag so stark, dass sie ein Erdbeben einer Stärke von 2,2 ausgelöst habe.

In China kommt es immer wieder zu schweren Industrieunfällen, weil Arbeitsvorschriften zu lasch sind oder nicht eingehalten werden.

Bei einer der bisher grössten Katastrophen dieser Art waren im August 2015 bei der gewaltigen Detonation eines Chemielagers im Hafen der nordostchinesischen Millionenmetropole Tianjin 173 Menschen getötet worden. Chinas Regierung hatte danach angekündigt, die Chemielager und Fabriken des Landes auf Sicherheitsrisiken prüfen zu wollen.

Das erneute Unglück alarmierte auch die oberste Führung in Peking. Präsident Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang gaben Anweisungen für die Rettungsarbeiten, teilten die Behörden in Yancheng mit.

Staatschef Xi, der sich auf einer Auslandreise in Italien befindet, forderte laut staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua «umfassende Anstrengungen», die Opfer zu suchen und zu retten. Zudem ordnete er für die Lokalregierungen des Landes an, aus der «harten Lektion» des erneuten Unfalls zu lernen und die Sicherheitsvorschriften zu verschärfen.

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