Abholzung in Amazonien verdoppelt sich während Corona-Krise

Die Zerstörung im brasilianischen Amazonas-Gebiet nimmt während der Corona-Pandemie dramatisch zu. 1200 Quadratkilometer abgeholzten Regenwald hat das Nationale Institut für Weltraumforschung Inpe, das Satellitenbilder auswertet, für das erste Quartal registriert.

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Abgeholzt: Die Zerstörung im Amazonas-Gebiet nimmt während der Corona-Krise deutlich zu.

Abgeholzt: Die Zerstörung im Amazonas-Gebiet nimmt während der Corona-Krise deutlich zu.

KEYSTONE/EPA/MARCELO SAYAO
(sda/dpa)

Das entspricht einem Anstieg von 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. «Illegale Holzfäller machen kein Homeoffice», sagte Rômulo Batista, Greenpeace-Sprecher in Brasilien, der deutschen Nachrichtenagentur DPA am Mittwoch.

Während Holzfäller, Goldsucher und anderen Glücksritter in Amazonien ihren illegalen Tätigkeiten weiter nachgehen, schränkt die Corona-Krise Umweltbeamte in ihrer Arbeit jedoch weiter ein. Die Umweltbehörde Ibama hat der rechte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro bereits seit seinem Amtsantritt im Januar 2019 gezielt geschwächt. Personal und Kontrollen wurden weniger. Bolsonaro sieht Amazonien vor allem als wirtschaftliches Nutzgebiet, das es auszubeuten und etwa für den Bergbau zu öffnen gilt.

Im Dezember brachte er die vorläufige Massnahme MP-910, auch bekannt als «Landraub»-Gesetz, ein; das Gesetzesprojekt könnte in den kommenden Tagen im Kongress behandelt werden. Das Gesetz würde die illegale Abholzung und unrechtmässige Besetzung von öffentlichem Land vor 2018 - insgesamt 570 000 Quadratkilometer, mehr als die Fläche Spaniens - nachträglich legalisieren.

Im Amazonas-Gebiet hatte die Abholzung bereits im vergangenen Jahr extrem zugenommen, verheerende Brände sorgten für massive internationale Kritik.