Afrikanische Union unterstützt Genfer Kandidatur für WTO-Direktion

Die Afrikanische Union distanziert sich von der Kandidatur der nigerianischen Ex-Ministerin Ngozi Okonjo-Iweala für die WTO-Generaldirektion. Sie anerkennt demgegenüber die Kandidatur des schweizerisch-ägyptischen Doppelbürgers Hamid Mamdouh.

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Die Afrikanische Union trennt sich von der Kandidatur einer ehemaligen nigerianischen Ministerin für die Generaldirektion der Welthandelsorganisation WTO in Genf.

Die Afrikanische Union trennt sich von der Kandidatur einer ehemaligen nigerianischen Ministerin für die Generaldirektion der Welthandelsorganisation WTO in Genf.

KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI
(sda)

Gemäss einer am vergangenen Montag veröffentlichten juristischen Stellungnahme, in welche die Nachrichtenagentur Keystone-SDA Einsicht nehmen konnte, hat Nigeria in den Augen der Afrikanischen Union mit der Kandidatur von Okonjo-Iweala gegen die geltenden Regeln verstossen. Ihr Name sei nicht auf der Liste der vier Kandidaturen gewesen, auf der sich bereits ein vor wenigen Monaten von der Afrikanischen Union nominierter Nigerianer befand.

Die Afrikanische Union zweifelt das Recht Nigerias nicht an, ihre Kandidatin zu unterstützen. Deshalb fordert die auch nicht formell den Rückzug von Okonjo-Iweala.

Als einziger Kandidat für das Amt des Generaldirektors figuriert auf der Liste der Afrikanischen Union damit der schweizerisch-ägyptischen Doppelbürgers Hamid Mamdouh, der über 35 Jahre Erfahrung in Fragen des Welthandels und als Mandatsträger bei der WTO verfügt. Derzeit arbeitet er in einer Genfer Anwaltskanzlei.

Genfer sieht sich als «Konsens-Kandidat»

Mamdouh sieht sich als «Konsens-Kandidat» zwischen den Entwicklungs- und den Industrieländern. Er hofft auf eine aktive Unterstützung seiner Kandidatur durch die Schweiz. Allerdings will die offizielle Schweiz den 8. Juli abwarten. An diesem Datum läuft die Frist für die Einreichung von Kandidaturen ab. Bisher hatte noch nie ein Afrikaner das Amt des WTO-Generaldirektors inne.

Der bisherige WTO-Chef Roberto Azevedo tritt vorzeitig von seinem Amt zurück. Er stellt sein Amt nach sieben Jahren per Ende August zur Verfügung und führte familiäre Gründe für diesen Entscheid an. Seine zweite Amtszeit hätte eigentlich noch ein Jahr länger gedauert.