Aktivisten: Gefängnissen in Haiti geht das Essen für Häftlinge aus

Wegen der Strassenblockaden bei den Protesten in Haiti geht manchen Gefängnissen das Essen für die Häftlinge aus. «Es besteht die Gefahr, dass Häftlinge verhungern», warnte Marie Rosy Auguste Ducena vom Nationalen Netzwerk für Menschenrechte am Donnerstag.

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Gefängniszelle in einer Anstalt in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince. (Bild: KEYSTONE/AP/DIEU NALIO CHERY)

Gefängniszelle in einer Anstalt in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince. (Bild: KEYSTONE/AP/DIEU NALIO CHERY)

(sda/afp)

In den Gefängnissen von Jérémie und Mirebalais gebe es bereits kein Essen mehr. Weil der Verkehr auf der Karibikinsel weitgehend zum Erliegen gekommen ist, können Angehörige den Häftlingen zudem kein Essen mehr bringen, wie es sonst üblich ist. Ohnehin wurde aus Sicherheitsgründen ein vorübergehendes Besuchsverbot verhängt.

Damit spitzt sich eine ohnehin dramatische Lage weiter zu: Die Gefängnisse in Haiti gelten als die am meisten überbelegten weltweit. Die Zahl der Häftlinge übersteigt die eigentlichen Kapazitäten um 400 Prozent.

In dem verarmten Karibikstaat fordern Demonstranten seit Monaten den Rücktritt von Präsident Jovenel Moïse. Der Regierung werden zahlreiche Korruptionsaffären angelastet, während ein Grossteil der Bevölkerung kaum genug zum Überleben hat. Engpässe in der Versorgung mit Benzin sorgten für weitere Wut.