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Amerikanische Staaten mahnen Ende der Gewalt in Nicaragua an

Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat angesichts anhaltender Gewalt in Nicaragua den Ton verschärft. Er kritisierte ungewohnt scharf die Regierung des Landes und forderte freie Neuwahlen.
Polizisten in Nicaraguas Hauptstadt Managua am Rande einer Demonstration gegen Präsident Daniel Ortega. (Bild: KEYSTONE/AP/ESTEBAN FELIX)

Polizisten in Nicaraguas Hauptstadt Managua am Rande einer Demonstration gegen Präsident Daniel Ortega. (Bild: KEYSTONE/AP/ESTEBAN FELIX)

(sda/dpa)

Er verurteile die von "repressiven Kräften" und bewaffneten Gruppen verübten Morde und solidarisiere sich mit den Familien der Opfer, sagte Luis Almagro am Donnerstag in einer Video-Botschaft auf Twitter. Die Organisation rufe den Staat auf, die Gewalt zu stoppen, erklärte Almagro in seiner bisher deutlichsten Ansage an das lateinamerikanische Land.

Almagro nannte dabei weder den Namen des Präsidenten Daniel Ortega und bezog sich auch nicht ausdrücklich auf dessen Regierung, machte den Adressaten seiner Botschaft aber dennoch klar. Die einzige Lösung für den Konflikt in dem Land seien freie Wahlen, sagte Almagro. "Das ist die einzige Lösung für das Volk Nicaraguas." Die OAS arbeite an Schritten, um die demokratischen Institutionen wiederherzustellen. Almagro war bisher unangebrachte Zurückhaltung gegenüber Ortega vorgeworfen worden.

Hunderttausende Demonstranten

Am Vortag und in der Nacht waren bei Demonstrationen erneut Menschen getötet worden. Die Polizei registrierte nach eigenen Angaben 15 Tote und sprach von mehr als 200 Verletzten. Nach offizieller Zählung sind damit seit Beginn der Proteste Mitte April 39 Menschen ums Leben gekommen - Menschenrechtler gehen aber davon aus, dass bei Zusammenstössen zwischen Demonstranten, Regierungsanhängern und Sicherheitskräften weit mehr Menschen getötet wurden. Amnesty International bezifferte die Zahl zuletzt mit 83. Hinzu kommen die Opfer der jüngsten Ausschreitungen, insgesamt also fast 100.

Hunderttausende Demonstranten hatten am Mittwoch den Rücktritt von Präsident Daniel Ortega und Gerechtigkeit für die Opfer der jüngsten Krawalle gefordert. In der ersten Reihe marschierten in schwarz gekleidete Frauen mit Fotos ihrer Kinder und Enkel, die bei den blutigen Protesten der vergangenen Wochen ums Leben gekommen waren.

Die Proteste hatten sich Mitte April an einer geplanten Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge entzündet. Mittlerweile fordern die Demonstranten allerdings den Rücktritt von Ortega sowie ein Ende der Unterdrückung und der Pressezensur. Der reichste Mann des mittelamerikanischen Landes und Chef des Unternehmerverbands, Carlos Pellas, forderte Neuwahlen.

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