Arme Staaten mit bitterer Bilanz der Klimapolitik: Nichts erreicht

Der Ex-Präsident des vom Untergang im Pazifik bedrohten Inselstaats Malediven zieht eine vernichtende Bilanz der seit einem Vierteljahrhundert laufenden Weltklimakonferenzen.

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Mohamed Nasheed, Ex-Präsident der Maldiven, hat an der Uno-Klimakonferenz mehr Investitionen in erneuerbare Energie gefordert. Er hofft, dass damit fossile Industrien von allein unwirtschaftlich werden. (Bild: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)

Mohamed Nasheed, Ex-Präsident der Maldiven, hat an der Uno-Klimakonferenz mehr Investitionen in erneuerbare Energie gefordert. Er hofft, dass damit fossile Industrien von allein unwirtschaftlich werden. (Bild: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)

(sda/dpa)

«Nichts haben wir erreicht», sagte Mohamed Nasheed am Donnerstag an der Uno-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz mit Blick auf die weiter steigende Erderhitzung.

«Der Kohlendioxidausstoss steigt und steigt und steigt. Und wir reden, reden und reden.» Moralische Appelle an die reichen Staaten, ihre Emissionen zu drücken, halte er inzwischen für nutzlos.

«Sie hören nicht zu», sagte Nasheed. Stattdessen regte er an, einen Wettlauf anzustossen, möglichst viel in Investitionen in erneuerbare, saubere Energie zu lenken. Damit würden fossile Industrien von allein unwirtschaftlich.

Der Sprecher der Gruppe der ärmsten Staaten, der Äthiopier Gebru Jember Endalew, verwies darauf, dass in seinem Land in Folge der Erderwärmung oft monatelang kein Regen falle und die Felder austrockneten. Seine Bürger seien an der «Frontline» des Klimawandels. «Wir bezahlen das mit Menschenleben», sagte Endalew.

Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan warnte, alle Staaten müssten schnellstmöglich ihre Treibhausgasemissionen drastisch herunterfahren. «Die Existenz der Menschheit steht auf dem Spiel. Und keiner kann sich davor verstecken.»