Asselborn: Türkei radiert Allianz der Zivilisationen aus

Der luxemburgische Aussenminister Jean Asselborn hat die von der Türkei geplante Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee als einen «Schlag gegen die Allianz der Zivilisationen» bezeichnet.

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ARCHIV - Blick auf die Hagia Sophia. Rund 90 Jahre nach der Umwandlung des Istanbuler Wahrzeichens Hagia Sophia in ein Museum durch Republikgründer Atatürk wird das Gebäude wieder eine Moschee. Der türkische Präsident Erdogan ordnete am 10. Juli die Öffnung zum islamischen Gebet an. Foto: Jason Dean/ZUMA Wire/dpa

ARCHIV - Blick auf die Hagia Sophia. Rund 90 Jahre nach der Umwandlung des Istanbuler Wahrzeichens Hagia Sophia in ein Museum durch Republikgründer Atatürk wird das Gebäude wieder eine Moschee. Der türkische Präsident Erdogan ordnete am 10. Juli die Öffnung zum islamischen Gebet an. Foto: Jason Dean/ZUMA Wire/dpa

Keystone/ZUMA Wire/Jason Dean
(sda/dpa)

Die von der Türkei mitbegründete Initiative sei damit in seinen Augen ausradiert, sagte Asselborn am Montag bei einem EU-Aussenministertreffen in Brüssel. «Das ist nicht gut.»

Die UN-Allianz der Zivilisationen war 2005 auf Anregung des früheren spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero und des damaligen türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan ins Leben gerufen worden. Ziel sollte eine bessere Verständigung zwischen der westlichen und der orientalischen Welt sein.

Ein türkisches Gericht hatte am Freitag den Status der Hagia (Aussprache: Aja) Sophia als Museum annulliert. Der heutige türkische Präsident Erdogan ordnete daraufhin an, die Hagia Sophia Moschee für das islamische Gebet zu öffnen. Das Gebäude im Herzen von Istanbuls Altstadt war einst das grösste Gotteshaus der Christenheit und gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.

Bei dem EU-Aussenministertreffen in Brüssel sollte es am Montag unter anderem um die Frage gehen, wie eine weitere Eskalation der derzeitigen Spannungen zwischen der EU und der Türkei vermieden werden kann. Sie entzünden sich unter anderem an den von der EU als illegal erachteten Erdgas-Erkundungen vor Zypern und mutmasslichen Verstössen der Türkei gegen das UN-Waffenembargo gegen Libyen.